Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1916)
- Article
- Die Geburtenfrage bei den deutschen Juden
- Date
- 1916-07-01
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
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— 81 — In Preußen entfielen Geburten bei: _1822/40 Christen 40,01 Juden 35,46 Tab. III. durchschnittlich jährlich auf 1000 relieionsgleiche Ehefrauen 1878/82 37,92 29,96 1888/92 ~ 37,03 23,75 1998/02 36,19 19,71 1903/07 33.80 17,79 jüdisci Sonach sowohl in den Großstädten wie im allgemeinen eine starke Abnahme der ien Geburten, die in der Bevölkerun^sbilanz nur darum nicht noch stärker zum Ausdruck kommt, weil mehr noch als die Geburtendie Sterbeziffer gesunken ist Tab. IV. Es kamen Sterbefälle auf: Jude n Andere Juden Andere O r t Preußen Berlin Frankfurt In Frankfurt Jahr absolut 1907 * 5717 675 232 1905 1302 31 346 1907 296 4 790 starben auf je 100 lebendgeborene Säuglinge Katholische 11,67, Jüdische 4,56. In Breslau auf Tausend 13,96 18,31 13,17 16,15 12,61 15,38 Evangelische 11,8(3, 21,76 Nichtjüdische und 6,21 jüdische. Tab V. In Hessen*) kamen im Jahre 1905 bei je 1000 Personen der Gesamtbevölkerung auf die nachstehenden Altersklassen: Jahre Gesamtbevölkerung Juden 0-15 329 ~ 258 15—50 510 529 über 50 161 213 Besonders diese letzte Tabelle ist /außerordentlich lehrreich, da in ihr ebenso die geringere Geburtlichkeit, wie die größere Lebenserwartung infolge geringerer Sterblichkeit zum anschaulichen Ausdruck kommt Die jugendlichen Altersklassen sind schwächer, die produktive Lebenszeit und die Altersjahre sind bei den Juden weitaus stärker besetzt als bei der übrigen Bevölkerung. Es werden relativ viel weniger Juden geboren. Sie gelangen aber in größerer Zahl zu höheren Jahren als die Gesamtbevölkerung. Es wird weiterhin noch davon die Rede sein, was das für die volkswirtschaftliche Seite der Bevölkerungsbilanz zu bedeuten hat. Einstweilen wollen wir aber von den Zahlen auf die sie bedingenden Tatsachenreihen zurückgehen. Wir treffen dabei auf folgende Sachverhalte: die Zahl der jüdischen Eheschliessungen ist darum kleiner, weil rationalistische Erwägungen sich bei ihnen verhältnismäßig stärker geltend machen. Die äusseren Lebensumstände und Aussichten werden vorsichtiger abgeschätzt und die Ehe zumeist erst dann geschlossen, wenn die wirtschaftliche Existenz im Rahmen der bezüglichen Gesellschaftsschicht gesichert *) Segall: „Die beruflichen und sozialen Verhältnisse der Juden in Deutschland. Berlin 1912