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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 64

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Bevölkerungsbewegung der Juden in Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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tte — den Jahren der Wanderuugsüberschuß am höchsten war. Die ungemischten Ehen der Evangelischen, Katholiken und Juden zeigen die gleiche Erscheinung. Das Jahrfünft ist ausgezeichnet durch eine beträchtliche Zunahme und innerhalb des Jahrfünfts sind es die beiden letzten Jahre, welche eine besondere Rolle spielen. In letzterer Hinsicht machen allerdings die jüdischen ungemischten Ehen eine Ausnahme. Am besten wird dies illustriert durch eine Gegenüberstellung, der absoluten Zahlen für die einzelnen Jahre von 1886 bis 189Ü: Ungemischte Er en: Evaugel.: Kathol.: jüdische 188ü 11639 370 424 1887 12122 470 400 1888 12552 515 464 1889 13168 601 534 1890 13922 672 544 Es sind eigentlich nur die beiden 1888 und 1889, in welchen die Zahl ahre der ungemischten jüdischen Ehen eine kräftige Steigerung erfuhr; von 1886 bis 1887 nehmen sie sogar ab und von 1889 bis 1890 um nur ein geringes zu. Worauf ist dies zurückzuführen? Unsere oben aufgeführte Tabelle über die Entwicklung der einzelnen Konfessionen von 1871 bis 1910 hatte doch gezeigt daß in dem Jahrfünft 1886 bis 1890 die Juden gleich den beiden anderen Konfessionen die stärkste Zunahme in der ganzen Zeitspanne aufweisen. Der Grund mag darin zu suchen sein, daß unter den jüdischen Zuwanderern die höheren Altersklassen in den Vordergrund traten, mithin der Personenkreis, welcher für die Eingehung der Ehen in Frage kam, nicht entsprechend der allgemeinen Zunahme anwuchs. Wir besitzen leider nicht die Altersgliederung der Juden aus dem Jahre 1890 und können daher nur die Zählungen von 1871, 1880 und 1895 zum Vergleiche heranziehen, dessen Ergebnisse unsere Auffassung zu bestätigen scheinen. V. Jahr Eheschi. Zuzüge Fort züge Jahr Ehesclil. Zuzüge Fort züge Jahr Eheschi. Zuzüge Fori züge 1871 8225 135189 81988 1881 1 1149 127672 105289 1891 17649 192550 183034 1872 11481 130686 98393 1882 11812 134899 111302 1892 1691)9 177744 180166 1S73 j -2397 13717(5 109346 1883 12252 136092 108765 1893 16955 183718 178944 1874 13106 128600 107539 1884 13314 139'M>8 112135 1894 16820 184654 186557 1875 14529 133412 112162 1885 13866 150083 119755 1895 17238 200982 191709 1876 12093 123187 105410 1880 14451 157348 121406 1896 18642 219244 194094 1877 110u6 107251 94863 1887 15209 168336 133417 1897 19330 221458 205627 1878 10429 109828 92829 1888 15792 170439 141191 1898 19580 229576 201700 1879 10431 113666 94008 1889 16760 195743 153652 189U 10946 235611 207780 1880 10829 123391 100034 1890 17810 196786 163002 1900 20756 250881 223212 Es zeigt sich nämlich, daß der Prozentsatz der männlichen und weiblichen Personen in den höheren Altersklassen im Jahre 1895 größer war als 1880, während die Vertretung der beiden Geschlechter in den jungen .Altersklassen geringer geworden ist. Es machten die männlichen Personen im Alter von über 40 Jahren i. J. 1880 22,84 der gesamten männlichen jüdischen Bevölkerung aus gegenüber 28,07 °o i. J. 1895. Für das weibliche Geschlecht lauten die entsprechenden Zahlen: 23,54,% bezw. 28,62 **. Auf diese Erscheinung ist es wohl zurückzuführen, daß bereits Ende der 80er Jahre die Eheschließungshäufigkeit bei den Juden schwächer zu werden begann.

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