Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1916)
- Article
- Die Aufgaben der Statistik der Juden nach dem Kriege
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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- 4 - Weiter wird es sich darum handeln, die östlichen Juden unseren Verhältnissen anzupassen und sie zur Höhe westeuropäischer Kultur zu führen. Hier greift dann auch das bereits erwähnte Problem der Verpflanzung nach anderen Landesteilen im Interesse der Erhaltung der Juden Mitteleuropas ein. Schließlich ist aber nicht nur vom jüdischen Standpunkt aus, sondern auch im allgemeinen Staatsinteresse eine statistische Untersuchung der Verhältnisse der Juden in den etwa neu angegliederten Gebietsteilen geboten, um festzustellen, weiche Rolle die Juden bei der wirtschaftlichen Erschließung und Nutzbarmachung der betreffenden Gebiete spielen und wie sie auch in anderer Beziehung für allgemeine staatliche Zwecke \ verwandt werden können.— j Vorstehender kurzer Überblick dürfte! in großen Zügen gezeigt haben, welche j wachsende Bedeutung die Statistik der Ju- | den nach dem Kriege haben wird, um für j Maßnahmen auf den verschiedensten Gebie- I ten die unentbehrlichen Grundlagen zu schafj fen. | Daraus ergiebt sich für die beteiligten ' Kreise die unabweisbare Pflicht, die statis- I tische Forschung mehr als bisher zu unter-! stützen und zu fördern. Die iSüiscHs Sprach- und Ki (Schluß.) Eine statistische Studie von W 1 a 3. Sprache und Bildung der Bevölkerung;. Außerordentlich wichtig sind die sprach-! liehen Verhältnisse der jüdischen Be-; völkerung Kongress-Polens, zumal bei der j Volkszählung die Muttersprache zugleich als j das Merkmal der Zugehörigkeit zu einer bej stimmten Nationalität betrachtet wurde. So gab es im Jahre 1897 14,05 °/o Juden, darunter nicht weniger als 13,42%, die die jüdisch-deutsche Sprache, den „Jargon"' sprachen, so daß nur 0,63% sich einer anderen Sprache bedienten. Dieses Verhältnis hat sich im Laufe der 16 Jahre noch mehr zu Gunsten des Jiddischen verschoben. So gaben im Jahre 19l3 von 1 957 000 Juden rund 1 942 000 Personen - 14,87 % der Gesamtbevölkerung die jiddische Sprache als ihre Mutter- und Familiensprache an. Nur 0,13% der Gesamtbevölkerung sprachen somit eine andere Sprache. jitsirsemesnicliaSI in Polen. d. Kaplun-Kogan (Berlin). Ueber die Verbreitung der wichtigsten Sprachen in den Kreisen und Gouvernements Kongress-Polens im Jahre 1913 unterrichtet Tabelle X. Danach sprachen 9 424 000 Personen - 72,2% polnisch, 1 942 000 Personen -14,87% jiddisch und 720000 -5,5% deutsch. Die Verhältniszahlen für das Jahr 1897 gibt Tabelle XL Am stärksten ist die jüdischdeutsche Sprache im Gouv. Warschau vertreten (16,1 %), das Deutsche im Gouv. Lublin (16,9%), die polnische Sprache im Gouv. Kaiisch (83,9%). Unter 10% macht die jüdische-deutsche Sprache nur in Gouvernements K a 1 i s ch und P 1 o z k aus. Von den 1 321 000 Juden Polens sprachen im Jahre 1897 1 264 907 Personen 95,8% den Jargon, nur 46 380 Personen 3,5 % die polnische Sprache, 6 439 Personen 0,5 % das Russische und 3 126 Personen - 0,2% hochdeutsch. Man hörte zu Beginn der öffentlichen