Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1915) · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1915)
Article
Arbeiter-Kolonie, Brockensammlung, Arbeitsnachweis, Darlehnsvereine
Date
1915-02-01
Page
Seite 26 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187753-3187755-3193873--4493-3193895
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 26 — ner eine Schreibstube und eine Inkassoabteilung.*) Die Schreibstube wurde im Jahre 1906 dem Arbeitsnachweis angegliedert. Ihre Aufgabe"; besteht darin, stellungslos gewordenen gewerbetreibenden Personen über die augenblickliche Notlage hinwegzuhelfen, bis sie dauernd untergebracht werden können. Es werden hier Arbeiten wie Adressenschreiben, Abschriften mit Hand und Maschine etc. hergestellt. Die Inkassostelle ist begründet worden, um auch älteren Leuten, die für eine Beschäftigung in der Schreibstube nichtmehrgeeignet sind,einigermaßenErwerbsmöglichkeitzu bieten. Es wurde von dieser Abteilung vornehmlich das Inkasso Tabc für Wohltätigkeitsvereine übernommen. Seit 1912 ist dem Arbeitsnachweis eine Vermittlungsstelle für jüdisches Haus- und Wirtschaftspersonal angefügt, seit 1913 eine Abteilung für Lehrstellenvermittlung. Hand in Hand mit dieser geht eine eingehende Berufsberatung, in welcher die Erzieher der Kinder auf die Aussichten des jeweils zu wählenden Berufs hingewiesen und jene Berufsarten, ausgewählt werden, welche der Neigung und den Anlagen des Kindes am besten zu entsprechen scheinen. Tabelle I enthält Geschlecht und Familienstand der dauernd in Stellung gebrachten Bewerber, sowie die Zahl der vorübergehend plazierten von 1896 bis 1913. Es 11 e I. Es wurden dauernd in Stellung gebracht . . Es wurden ----------~~ Jahr vorüber led. verh. Liesamtzani männlich weiblich zus. 7u oer weiblich. "/(i der verh. gencnci plaziert 1896 568 93 661 14,07 467 194 29,35 661 1897 578 180 758 23,74 585 173 22,82 — 758 1898 1092 420 1 512 27,78 1218 294 19.44 250 1 762 1899 914 399 1313 30,38 1089 224 17,06 213 1526 1900 819 432 1 251 34,53 1089 162 12.95 262 1513 1901 1047 504 1 551 32,49 1355 196 12.64 486 2 037 1902 1 109 578 1 687 34,26 1505 182 10,78 474 2161 1903 1759 641 2 400 26,66 2 141 259 10,72 1 189 3 589 1904 1993 767 2 760 27,78 2 546 214 7,75 728 3488 1905 1764 945 2 709 34,87 2 522 187 6.89 603 3312 1906 1 808 1 050 2 858 36,73 2 508 350 12,25 624 3 482 1907 1548 1031 2 579 39,99 2 282 297 11,52 698 3 277 1908 1 246 1013 2 259 4484 2 057 202 8,94 1093 3 352 1909 1 37o 1052 2 422 43,43 2 179 243 10,03 850 3 272 1910 1405 1076 2 481 43,37 2192 289 11,65 992 3 473 1911 1397 1070 2 467 43,13 2 220 247 10,01 825 3 292 1912 1303 1033 2 336 44,22 2 III 225 9,63 1365 3 701 1913 1 138 996 2134 46.61» 1895 239 11,19 2 239 4 773 Zus. 22 851 13 280 36 138 1. 31 961 4 877 1 13 499 49 629 sind vom Jahre 1896 bis 1913 einschließlich 36 138 stellungsuchende Personen dauernd in Stellung gebracht worden, und. zwar 22 858 männliche und 13280 weibliche. In zunehmendem Maße ist der Arbeitsnachweis von stellungsuchenden weiblichen Personen in Anspruch genommen worden. Im ersten Jahre waren von 100 Stellungsuchenden nur 14 weiblich, im folgenden Jahre schon 23, *) Die inkassoabteilung ist neuerdings aufgelöst. im Jahre 1905 24 und 1913 46, also fast die Hälfte. Es liegt darin eine Bestätigung der schon durch die Berufsstatistik festgestellten Tatsache, daß die jüdischen Mädchen immer mehr in das Erwerbsleben eintreten. Wir erkennen auch hier bei der Betrachtung der Entwicklung in den einzelnen Jahren die Wirkung der Verfolgung russischer Juden in den Jahren 1903 bis

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.