Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1914)
- Article
- Die Karäer
- Date
- 1914-09-01
- Page
- Seite 134 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 134 — trachtungen von Wichtigkeit ist. So gehörten in diesem Sinne im Jahre 1897 zum Zentrum von f im Gouv. Taurien 6166 ) Eupatoria | im übrig> Rußland 5345 J 11511 Troki (ganz Litauen) .... 1383 Insgesamt 12894 Noch vor einigen Jahrzehnten war die Krim fast der einzige Aufenthaltsort sämtlicher russischen Karäer mit Ausnahme von Litauen, wohin sie aber ebenfalls aus der Krim gelangt sind, und zwar als Gefangene durch einen Eroberungszug des litauischen Fürsten Witowt zu Ende des 14. Jahrhunderts. Auch die galizischen Karäer sind wahrscheinlich desselben Ursprungs. Aber etwa um die Mitte des vorigen Jahrhunderts nach dem Krimkriege begann mit dem kulturellen und ökonomischen Aufschwung Rußlands der Exodus der Karäer aus ihren Ursitzen und ihre allmähliche j Zerstreuung über ganz Rußland, welcher j Erscheinung der Umstand zugute kam, daß j den Karäern als vollberechtigten Bürgern im ] Gegensatz zu den Juden in dieser ihrer I Bewegung keine Hindernisse seitens der j Regieiung entgegengesetzt wurden. Wie stark j im einzelnen die Bewegung war und nach j welcher Richtung sie geschah, dafür fehlen j leider jegliche Anhaltspunkte. Eine Angabe j aus dem Jahre 1889 läßt aber darüber ein j gewisses Urteil zu. j Zahl der Karäer im Gouvernement ) Taurien. j Männer Frauen Zusammen 1889 3284 3235 6519 1897 2835 3331 6166 Zuwachs — 449 +96 — 353 Wir sehen somit, daß im Verlaufe von j acht Jahren trotz des natürlichen Zuwachses die Zahl der Karäer in Taurien um 353 Seelen abgenommen hat. Diese Abnahme ist ganz und gar auf Rechnung der Abwanderung zu setzen, wofür auch das Verhältnis der Geschlechter spricht, indem im Jahre 1889 dort um 49 mehr Männer gezählt wurden, während im Jahre 1897 die Zahl der Frauen die der Männer um 496 überstieg. Wir stehen somit auch hier der bekannten Erscheinung gegenüber, nach der die Emigration zunächst hauptsächlich den männlichen Teil betrifft, wodurch in den Immigrationsbezirken ein bedeutender Überschuß an Männern, dagegen im Heimatgebiet ein solcher an Frauen entsteht. Indem wir eben den Frauenüberschuß in der Krim selbst festgestellt haben, wird es genügen, das gegenseitige Verhältnis durch einige Zahlen aus dem eigentlichen Rußland zu illustrieren* So betrug z. B. der Männerüberschuß im Jahre 1897 im Gouvernement Moskau (210—137) 73 und im Gouvernement Petersburg (209—122) 87. Aber auch jetzt ist noch wie im Jahre 1897 etwa die Hälfte der Karäer in der Krim ansässig, und dort sind ihre größten und wohlhabendsten Gemeinden anzutreffen. Der Charakter der einzelnen Gemeinden hat sich seit der Volkszählung kaum nennenswert verändert, und es wird deshalb von Interesse sein, die einzelnen größeren Gemeinden nach ihrer damaligen Stärke anzuführen. Die Kopfzahl der Karäer betrug im Jahre 1897 in Eupatoria . . 1505 Moskau . . . 332 Theodosia. . 1233 Petersburg . . 310 Odessa . . . 1049 Cherson . . . 263 Sebastopol 813 Charkow . . . 215 Simferopol 709 Troki . . . . 377 Nikolajew . . 554 Wilna . . . . 155 Bachtschisaraj 395 Außerhalb der Krim besteht die größte Gemeinde in Odessa, wo die Karäer seit jeher eine gewisse und zwar nicht unbedeutende Rolle im Leben dieser Stadt spielen, Die