Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Die Juden der Stadt Kertsch
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 92 (sequence 5)
- Language
- German
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- 92 — Tabelle V. Berufliche Gliederung der Juden der Stadt Kertsch. Berufsart männl. weibl. Händler und Kaufleute. . . Schneider....... Schuhmacher...... Handlungsgehilfen . . . . Buchhalter u. Büroangestellte Schlosser, Schmiede und Klempner...... Fischgeschäfte u. Fischereien Strumpfwirker, Hutu. Korsettmacher ....... Lehrer........ Musiker........ Agenten und Vertreter. . . Geistliche....... Apotheker und Provisoren . Rentner........ Fabrikbesitzer ...... Aerzte und Zahnärzte . . . Uhrmacher und Juweliere Zimmerleute, Faßbinder und Tischler....... Fabrikarbeiter...... Bäcker ........ Kutscher........ Färbereien und Wäschereien Maler......... Handlanger....... Photographen...... Dienstpersonal...... Friseure ....... Buchbinder....... Setzer und Korrektoren . . Hebammen ....... Rechtsanwälte...... Tabakarbeiter ...... Bauführer...... Sattler........ Tapezierer....... Lederarbeiter ....... Verschiedene...... Zusammen 181 23 123 27 83 — 65 2 48 5 33 29 — 21 3 10 8 17 — 17 — 16 — 16 — 11 4 15 — 11 2 11 — 11 _ 8 2 7 3 9 — 4 4 8 7 — 7 — 7 5 1 6 — 5 /t 3 4 — 3 3 _ ._. o 2 — 2 — 18 9 812 109 204 150 83 67 53 33 29 24 18 17 17 16 16 15 15 13 11 11 10 10 9 8 8 7 7 7 6 6 5 4 3 3 3 2 2 2 27 «o/0j 11,8 o/o 021 *) 100,0% *) Die Zahl de Familien (7551 entspricht nicht der Zahl der selbständig Erwerbstätigen (921); dies ist damit zu erklären, daß innerhalb einer Familie etwa ältere Söhne in verschiedenen Berufen als selbständig Erwerbstätige wirken. charakteristisch, daß noch so viele Hausfrauen in Kertsch den Gebrauch von russischem Fleisch nicht eingestehen wollten. Die ökonomische Lage der Bevölkerung auf Grund der vorhandenen Antworten festzustellen, war mir nicht möglich. Aber einen indirekten Schluß auf ihre materiellen Verhältnisse zu ziehen, erlaubt uns die Höhe des wöchentlichen Fleischkonsums. Von 755 Familien haben über den Gebrauch von Fleisch 201 Familien keine Angaben gemacht; ich nehme aber an, daß alle diese 201 Familien mehr als 20 Pfd. Fleisch pro Woche konsumieren. Dann stellt sich der Fleischkonsum der Juden der Stadt Kertsch folgendermaßen dar: Es brauchten wöchentlich: 42,6 % 1 - 2 Pf. Fleisch 15 Familien 3-4 „ 24 5-6 „ 23 7-8 , 132 9-10, 96 31-12 „ 1 v 13-14, 63 15-16, 55 17-18. 15 19-20 „ 24 20 „ 76 201 : 20,7 1 36,7( mehr als unbekannt Die Mehrzahl also brauchte nur 1—12 Pfd. Fleisch wöchentlich, was in anbetracht des sonstigen großen Fleischkonsums in Rußland außerordentlich wenig ist Die Fragebogen enthielten noch einige recht interessante Fragen — z. B. über die Beteiligung der jüdischen Bevölkerung an den Ausgaben zu wohltätigen Zwecken —, die aber so mangelhaft beantwortet wurden, daß eine erschöpfende Darstellung unmöglich ist. So mußte ich mich mit den oben angegebenen Tatsachen begnügen.