Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- Zur Charakteristik des jüdischen Studentenlebens in Rußland
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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- 79 - interessierten sich 58,4 der Studenten und nur 29 %7 der Studentinnen für jüdische Zeitschriften, und zwar lasen russisch-jüdisch etwa 4/6 von den ersteren und 8/i von den j letzteren, während jüdisch und hebräisch j von nur 2/5 der Studenten und lj3 der Studentinnen gelesen wird. Es sprechen gerne jüdisch 34,2 % der ■ Studenten und 25,9 % der Studentinnen, da- : gegen denken jüdisch nur 4,9 % der ersteren l und i,4% der letzteren. Das Russische; scheint somit die geläufigste Sprache des! jüdischen Studententums zu sein, indem j 71,5 % der männlichen und 35,8 %' der | weiblichen studentischen Jugend russisch j denken Das jüdischnationale Selbstbe- : w u ß t s e i n unserer Jugend geht aus folgen-! der Zusammenstellung hervor. Es waren gesinnt Studenten Studentinnen national 58,0 53,8 j assimilatorisch 16,6 13,6 j indifferent 20,9 28,1 \ unbestimmt 4,4 4,5; Mehr als die Hälfte schwört somit noch i auf nationale Ideale, welche Erscheinung in Litauen am stärksten und im Süden am schwächsten zutage tritt. Politische Farbe bekannten 49 % der; Studenten und 41,4 % der Studentinnen. Von der Gesamtzahl gehörten 39,3 % den; verschiedenen Parteien an und 28,2 % dem Zionismus und verwandten Richtungen. Bemerkenswert ist, daß 39,1 % für das Hebräische und 30,5 % für das Jüdische als Nationalsprache plädierten und daß 73,2 % : sich entschieden gegen das Renegatentum aussprachen* Trotz der überwiegenden nationalen Gesinnung ist doch die große Mehrzahl der Jugend in religiöser Beziehung sehr indifferent, indem nur 10,4 % der Studenten und 9,9 % der Studentinnen sich als gläubig bezeichneten. Dagegen scheint das Verhalten den religiösen Vorschriften und Gebräuchen gegenüber dafür zu sprechen, daß jüdische Art noch manche Anhänger hat So beteten etwa 9 °0 der Männer und 2?i der Frauen; es aßen Koscher etwa je 20 und 15%; am Versöhnungstage fasteten etwa ein Viertel und Pessach hielt beinahe die Hälfte der Gesamtzahl; den Sabbat beobachtete dagegen nur ein geringer Bruchteil ~~ etwa 7 %. Die materielle Lage war im allgemeinen keine glänzende. Etwa vu der Studenten und 2/5 der Studentinnen hatte nur bis 50 Mk. monatlich; etwa 8/5 der Studenten und die Hälfte der Studentinnen standen 50—100 Mk* monatlich zur Verfügung. Viele mußten sich ihre Existenzmittel selbst verdienen, darunter 20,9% der Studenten und 12,5% der Studentinnen. Von ihren Eltern wurden erhalten 51,7 % der Studenten und 71,2 % der Studentinnen. Zusammenfassend können wir also sageur daß das jüdische Studentenleben kaum irgendwelche Unterschiede nach den Geschlechtern aufweist, und wo solche auftreten, sind sie, wie in der Altersverteilung, entweder eine Folge äußerer Umstände oder eingewurzelte Vorurteile, wie in der geringeren jüdischen Ausbildung der Studentinnen. Statistisches Archiv» ——- m j ZaM der jüdischen Schul- Es betrug die Zahl der jüdischen Schulkinder in Algerien. | ^n^fr jn a^n Jahren 1907 den Volks- und Kleinkinderschuien im Jahie 1907/08 bis 1911. 17 226, 190809: 17 528, 3909/10: 18 220, 1910.il: