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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 48

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die statistischen Ziffern für Austritte aus dem Judentum und Mischehen
Date
1914-03-01
Page
Seite 48 (sequence 3)
Language
German
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- 48 - einzig ausschlaggebend ist. Niemand wird wohl behaupten, daß die Ehen zwischen Juden und Christen gewöhnlich innerhalb jener großen Schichten erfolgen, die noch am religiösen Leben festhalten oder die sich auf sozial tieferem Niveau befinden. Durch die Mischehe bekunden die eheschließenden Teile, daß sie unbekümmert um Rasse oder Religion den Lebensbund einzugehen beabsichtigen, wodurch sie einen von der breiten Masse verschiedenen kulturellen Standpunkt einnehmen. Es kommt auch noch dazu, daß, wo es sich um -wirklich rassenverschiedene christlich-jüdische Mischehen handeln sollte, oft ältere Personen in Frage kommen, bei denen die Zeugungs- resp. Gebärfähigkeit erheblich eingeschränkt ist, wenn nicht ganz wegfällt. Mit höherer Kulturstufe geht erfahrungsgemäß überall der Wunsch nach geringerer Kinderzahl Hand in Hand. Der Geburtenrückgang ist eben, wie Julius Wolf treffend sagt, „die Rationalisierung des Sexuallebens". Und es bedeutet dasselbe — und trifft besonders auf die nach Westen wandernden Juden zu —, wenn Max Nordau sagt: „Von Osteuropa nach dem Westen über den Erdkreis nimmt die Häufigkeit der Geburten regelmäßig ab." Die Unfruchtbarkeit rassengemischter Ehen wird durch das vorliegende statistische Ziffernmaterial in keiner Weise erwiesen. Dass sie trotzdem besteht, vermag ich ebenso wenig zu verneinen, wie Andere glauben, sie bewiesen zu haben. Auch hier gilt das Wort des Kriminal-Statistikers H o e g e 1: „ Der Statistik dürfen keine unmöglichen Aufgaben gestellt werden, und es ist besser, sie verweigert auf bestimmte Fragen die Antwort, als daß sie zweifelhafte oder unzweifelhaft falsche Ergebnisse liefert." Statistisches Archiv. Bayern Verhälnisse der israelitischen Kultusgemeinden i. J. 1911« S ta tis t i sc h e n J a h r b u ch für das 12 Jhrg. 1913, entnehmen Dem Königreich Bayern wir nachstehende Zusammenstellung: Regierungs- Juden seinden [ogen bäder O) o </> _ §5 o c Bezirk v_ B £ OJD CC 2 t5 §>j2 3 Ja> 3 & C -H CJ Ü3 & XI n"0 X 00 tn £ £ & Oberbayern . . 10529 2 2 1 3 _ 1 Niederbayern . 379 1 1 1 — 1 __ Pfalz .... 9706 89 84 20 57 40 4 Oberpfalz . . 1438 8 6 5 7 2 2 Oberfranken 3176 24 22 15 35 13 3 Mittelfranken . 13675 46 45 43 19 26 4 Unterfranken . 12835 124 120 111 39 85 6 Schwaben . . 5752 17 15 13 16 7 3 zusammen 57490 311 295 209 156 174 23 Bayern Ehescheidungen in Bayern im Jahre 1911. Nach den Zusammenstellungen des K. Statistischen Landesamts ist die Zahl der Ehescheidungen im allgemeinen im Steigen begriffen. Sie betrug: 1030 im Jahre 1911 gegen 920 im Jahre 1910, 901 im Jahre 1909 und 824 im Jahre 1908. Die geschiedenen Ehegatten gruppieren sich ihrer Konfession nach wie folgt: 1911 1910 1909 1908 Katholiken . 1264 1050 1 131 960 Protestanten . 763 749 633 634 Israeliten , . 22 20 22 28 Sonstige . . 11 17 16 20 Bei den Israeliten zeigt sich in den letzten Jahren ein Stillstand. (Zeitschrift des K Bayerischen Statistischen Landesamts. 44. Jhrg. 1912.) Fßr die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag von Max Schildberg er Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W. 62, Schillstralie 3. Druck von E. Grüner, Bernau bei Berlin

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