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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 40

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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- 40 — welches wir Material besitzen — illustriert folgende Zusammenstellung. Jahr Stadt Land "/',, der ländi 1871 3276 70 2,09 1875 5168 192 . 3,58 1880 6287 229 3,51 1885 7452 303 3,91 1895 9614 288 2,91 1900 12031 385 3,10 Absolut ist demnach die Zahl der Juden auf dem Lande gewachsen, relativ aber ist sie seit 1875 etwas zurückgegangen. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß die jüdische Bevölkerung in Sachsen eine rein städtische ist Es wohnten im Jahre 1910 in den Städten Chemnitz, Dresden, Leipzig, Zwickau und Plauen zusammen 15 681 Juden, d. h. 89,15% der gesamten jüdischen Bevölkerung. Was schließlich die Verteilung auf die einzelnen Kreishauptmannschaften anbetrifft, so sah sie in den Jahren 1834, 1849, 1858, 1895 und 1910 folgendermassen aus. Kreishauptmannschaften 1834 1849 1858 1895 Dresden..... 685 Leipzig..... 152 Zwickau . . . . r Chemnitz . . . . ( . . 4 Bautzen 685 324 12 8 1648 2 278 Zusammen .... 850 1022 3419 9902 17587 Relativ sehr spät hat sich in den Kreishauptmannschaften Zwickau, Chemnitz und Bautzen eine jüdische Bevölkerung niedergelassen. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren dieselben von Juden fast vollkommen unbewohnt. Auch jetzt ist deren Ansiedlung dort im Verhältnis zu den anderen beiden Kreishauptmannsch aften Dresden und Leipzig recht schwach. In den drei Kreishauptmannschaften Bautzen, Chemnitz und Zwickau machen die reichsangehörigen Juden 67,7 % bezw. 60,4 % bezw. 49,3 % der gesamten jüdischen Bevölkerung aus, also mehr als im Durchschnitt des ganzen Landes, wo ihr Prozent- 910 685 2867 4255 724 5109 9874 1259 1895 304 satz nur 43,11 beträgt. In diesen Bezirken ist demnach der Zuzug der reichsdeutschen Elemente größer. Wenden wir uns nunmehr den beiden Großgemeinden Leipzig und Dresden zu und verfolgen ihre Entwicklung seit 1885. Sie ist zugleich im wesentlichen die Entwicklung der sächsischen Judenheit während dieser Zeit. Für Leipzig besitzen wir ein eingehenderes Material, das bis 1905 reicht. Die letzte Volkszählung 1910 ist noch nicht erschienen. Hier werden wir ebenso wie in Dresden die Bevölkerungsbewegung beobachten können, die schon deswegen interessant ist, weil in ihr der Einfluß der Ausländer zweifellos zu Tage treten wird. Dresden Jahr Ges.-Bev. Juden % der Juden J885 246 088 2315 0,94 1890 276 522 2595 0,94 1895 354 285 2558 0,72 1900 480 659 3096 0,64 1905 516 996 3514 0,68 1910 548 308 3734 0,68 1885 291 050 1890 357 122 1895 399 969 1900 456 126 1905 503 637 1910 587 635 Leipzig 3749 4136 4844 6171 7676 9874 1,29 1,16 1,21 1,35 1,52 1,68 Schon ein oberflächlicher Blick zeigt, daß die jüdische Bevölkerung in Leipzig sowohl absolut wie relativ weit mehr gewachsen ist als in Dresden; während sie nämlich hier in 25 Jahren um 1419, d. h. um 61,3 % gestiegen ist, betrug die Zunahme in Leipzig absolut 6125 und relativ nicht weniger als 166%. Daß in Dresden der Anteil der Juden im Jahre 1900 so beträchtlich zurückgegangen ist, hängt damit zusammen, daß damals eine große Eingemeindung stattgefunden hat, welche der jüdischen Bevölkerung einen ganz geringen, kaum ins Gewicht fallenden Zuwachs brachte.

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