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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 29

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Materialien zur Statistik der jüdischen Gemeindeschulden in Polen in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts
Date
1914-02-01
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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- 29 - Zahlen ergibt sich, daß die 17 Gemeinden mit 1 600 Familien und 5 936 Seelen2) an preußische | Taler j preußische Gulden polnische J Gulden; o *cL r*~t Plorins j Privatkreditoren. . . 39931 500 130000 3600 186 Kirchen..... 999 2808 20301 50442 1800 Klöster. . . 500 — 109697 9545 3663 verschied, Kreditoren 8850 — — _ — zusammen 50280 3308 259998 63587 5649 schulden, somit hatten sie den größten Teil der Schuldsummen bei den Klöstern und Kirchen geliehen. Kein Wunder, daß die Schuldsummen so hoch sind, nahmen sie ja doch ihren Anfang am Ende des XVII. Jahrhunderts und im Laufe der Zeit sind sie einerseits durch die forwährenden Moratorien und andererseits durch neue Anleihen zu einer recht ansehnlichen Summe gewachsen. Dieselbe Erscheinung können wir auch bei den übrigen schuldenbelasteten Judengemeinden in Polen konstatieren. Es gibt keine jüdische Gemeinde, die keine Schulden hätte und von ihr große Zinsen zahle, berichtet ein polnischer Zeitgenosse. 2) Die Schulden jener Gemeinden, die infolge der ersten Teilung Polens an Preußen und Österreich3) gekommen waren, sollten nun von den betreffenden staatlichen Institutionen geregelt werden. In Polen selbst begann sich die Regierung erst um das Jahr 1786 ernst mit der Frage 1) Siehe unsere Materialien zur Statistik der westdreuß. Juden zu Ende des XVIII. Jahrhunderts in der Ztschr. f. Dem. u. Stat. d. Jud. 1913, H. 4, S. 57. 2) -Mysli polityczne dla Polski, Warschau 1789, S. 101. 3) hi Galizien betrugen die Kahalsschulden beinahe 800000 Gulden, die bis zum Jahre 1789 getilgt worden sind. (M. Stöger: Darstellung der gesetzlichen Verfassung der gaiizischen Judenschaft. Lemberg 1833. Bd. II, S. 175). der Kahalsschuldentilgung zu beschäftigen. Das Reichsschatzamt berief für den 17. Februar 1786 nach Warschau die Vertreter der Gemeinden zwecks endgiltiger Regelung dieser Angelegenheit1) — jedoch ohne Erfolg. Zur Zeit des vierjährigen Reichstages 1788/1792, der wichtige Staatsreformen durchführen sollte, wurde abermals die Schuldenfrage, jedoch schon im Zusammenhang mit der judenreform2) behandelt. In allen Judenreformprojekten wurde dieser Frage eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Aus diesem Grunde sah sich die Schatzkommission noch vor der Erledigung der Judenreform genötigt, Maßregeln zur Beschleunigung der Schuldentilgung zu treffen. Ja, es wurde sogar zur Vorbedingung der Judenreform die genaue Aufnahme der Kahalsschulden gemacht. Deshalb wurde den Gerichten (sady zianiaüskie) klargelegt3), vermittels besonderer Universale die inländischen Gläubiger, die ausländischen dagegen vermittels Zeitungen, aufzufordern, sich dokumentarisch über ihre an Juden geliehenen Geldsummen auszuweisen. Ferner sollten vom 10. April 1792 die Schuldenliquidationen beginnen und bis zum 15. Juni 1. Js. beendigt sein. Nachher werden erst die Einnahmen der Kahale untersucht, um die eventuelle Schuldendeckung sichern zu können. In derselben Verordnung (vom 22. Februar 1792) wurde den Kahalen verboten, fernerhin Schulden zu machen« Somit hatte die Schatzkommission die Schuldenaufnahme den Gerichten übergeben. 2) T. Korzon: Wewugtrue Dzieje Polski za St. Auguste. Bd. I, S. 235). 2) Demnächst erscheint von uns eine diesbezügliche Abhandlung in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenstums. 3) Kolumina legum. Bd. IX. Nr. 160, S. 402.

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