Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Die Bevölkerungsbewegung der Stadt Wien von 1900 bis 1911 mit besonderer Berücksichtigung der Juden
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2650397-3187742-3187744-3193428--4153-3193450- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
14 — waren in Wien heimatsberechtigt, 20% nach Böhmen, Mähren und Schlesien; Galizien und Bukowina stellten bloß 5 %, ebenso alle übrigen Kronländer Österreichs. Ungarn war mit 14% beteiligt und der Rest mit etwa 6% kam auf Rußland, Deutschland und das übrige Ausland mit je 2 %. Nach dem Berufe waren 40% ohne jeden Beruf oder unbekannten Berufes. Privatbeamte waren über 10%, öffentliche Beamte bloß 1,50%, Handelsangestellte 6,50°/», Künstler und Künstlerinnen 5%, Kaufleute 5%, Handarbeiterinnen 5%, Handwerker 5%, Dienstpersonal 4%, Lehrpersonen ca. 3%, Hochschüler 4%, Mittelschüler 2% Architekten und Ingenieure 2 %, Advokaten, Ärzte, Chemiker, Fabrikanten, Militärpersonen und Privatiers, Rechtspraktikanten, Schriftsteller und Journalisten je V2%. Die Eintritte in das Judentum, die mit den Ehegesetzen im engsten Zusammenhange stehen, sind von 55 auf 188 gestiegen, 1909 waren es sogar 201. Es sind zumeist — etwa 70% — Frauen, die Juden heirateten. Den Stand konnte ich nicht eruieren. 67% standen im heiratsfähigen Alter bis 40 Jahren, über 15% waren Kinder im Alter von 7 Jahren, die von den Eltern zum Eintritt angemeldet wurden, 8% waren über 40 Jahre und 10% unbekannten Alters. Heimatsberechtigt waren 55% in Wien, 20% in Böhmen, Mähren und Schlesien, 5% in Galizien und Bukowina, 9% in den übrigen Kronländern Österreichs, 6% in Ungarn. Der Rest — 5% — in Rußland und Deutschland — je 2 72% —. Nach dem Berufe waren 53% ohne Beruf oder unbekannten Berufes, über 9% Handelsangestellte, 7% Handarbeiterinnen, 7% Kaufleute, 7% Privatbeamte, 6% Dienstpersonal, über 2%) Handwerker, über 2% Lehrpersonen, über 2% Künstler und Künstlerinnen, ca. 2% Hochschüler, über 1 % Militärpersonen; anderen Berufen wie Advokaten, Ärzte, Architekten, Fabrikanten und Journalisten gehörten nur je eine Person an. Die korrespondierenden Zahlen für die Jahre 1880, 1890 und 1891 sind kennzeichnend genug für die Verschlechterung der Verhältnisse. Im Jahre 1890 zählte Wien nur 100 078 Juden gegen 178 268 im Jahre 1911, und da waren bloß um 68 weniger Lebendgeburten, dagegen um 1 086 weniger Sterbefälle, somit ein Geburtenüberschuß von 998 Personen. 1891 nach Einverleibung der äußeren neun Bezirke zählte Wien 118 495 Juden, und da stieg die Zahl der Geburten um 618 und die der Sterbefälle um 535, so daß der Geburtenüberschuß 1 081 betrug, während das Jahr 1911 ein Minus von 20 aufweist. Das Endresultat ist, daß der Geburtenüberschuß, der 1900 1 348 betrug — Tabelle XII. Beruf. Jahr Advokaten Ärzte Architekten und Ingenieure Öffentliche Beamte Private Beamte Chemiker 1 i Fabrikanten Dienst-Personal Hand-Arbeiterinnen 1 Handels-Angestellte Hochscliülcr j Kau Heute Künstler und Künstierinneu Lehr-Personal Mittelschüler Militär-Personen Privatiers Professionisten Reclispraktikanten Schriftsteller und Journalisten Unbekannt oder ohne Beruf Austritte 1910 5 6 12 7 59 8 6 22 29 36 24 27 29 16 Ii 5 5 26 2 2 227 1911 4 10 17 5 35 1 3 16 25 38 33 32 21 10 12 1 6 39 — 6 261 Eintritte 1910 1 1 1 _ 13 — 1 11 14 16 3 13 5 4 ___ 2 _ 4 _ 1 100 1911 3 1 4 — 8 — 1 6 19 14 1 7 2 5 — 1 — 12 — 1 103