Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 11 (November 1913)
- Article
- Zur Bildungsstatistik der jüdischen Arbeiter in Rußland
- Date
- 1913-11-01
- Page
- Seite 160 (sequence 8)
- Language
- German
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— 160 — diese Überlegenheit nicht zu unterschätzen.! Denn so niedrig das traditionelle Minimum j der jüdischen Bildung auch sein mag, so! wenig es den geistigen Ansprüchen der J modernen Arbeitermasse, ihren lebendigen Kulturbedürfnissen entspricht, — so ist es doch wenigstens ein Schlüssel zur weiteren Ausbildung und, — was noch wichtiger ist, — die Folge einer gewissen geistigen Erziehung, einerEntwicklung, die sich in einem bestimmten geistigen Können vielleicht nicht krystallisiert hatte, aber aus dem Leben der Menschen doch nie spurlos verschwinden kann. Wenn wir es aber mit unseren analphabetischen Arbeiterinnen zu tun haben, da wissen wir, daß ihnen nicht nur die Lese- und Schreibkunst versagt ist, sondern, daß sie auch nie gelernt hatten, daß sie nie zur Teilnahme am Kulturleben vorbereitet, nie zu geistigen Pflichten erzogen wurden. Wir sehen somit, daß, so ungenügend jene Bildungsinstitute j sein mochten, die uns die Tradition bewahrt hatte, unser modernes Leben noch nichts gefunden hat, um unsere traditionelle Schule ersetzen zu können, und j wo die Tradition versagt, — wie es bei der j Frauenbildung der Fall ist, — da tritt uns ein tiefes geistiges Elend entgegen. Unsere Angaben erlauben uns ferner, j einen Einblick in den Zusammenhang i zwischen den Bildungsverhältnissen und den j beruflichen Erfolgen der Arbeiter zu tun. j Vergleichen wir die Bildungsverhältnisse der j Arbeiter in jenen Zweigen der Schneiderj industrie, die direkt für den Kunden arbeiten, und eine höher qualifizierte Arbeit, eine größere Selbständigkeit der Arbeiten erfordern, mit den Bildungsverhältnissen der Arbeiter, die in der Fabrikation fertiger Kleider, der sog. Marktware beschäftigt sind, so sehen wir, daß die ersteren auf einer viel höheren Bildungsstufe stehen, als die letzteren. So bildete in Wilna die Anzahl der Arbeiter, die russisch und jüdisch lesen und schreiben konnten, 48,2% in Werkstätten, die fertige Herren- und 56,4% in Werkstätten, die fertige Damenkleidung erzeugen, während in den Betrieben, die auf Bestellung der Kunden arbeiten, dieses Verhältnis auf 66,1 resp. 66,6% steigt. In Warschau bildete dieses Verhältnis 27,9% in den Betrieben, die fertige Damenkleider und 42,8% in solchen, die direkt auf Bestellung der Kunden arbeiteten. Analphabeten gab es in Wilna in der Verfertigung der Herrenkleidung für den unmittelbaren Konsumenten gar keine, in den Betrieben, die fertige Herrenkleider erzeugen, dagegen 3,4%; in den Betrieben, die fertige Damenkleider erzeugen, gab es in Wilna 15,3 und in'Warschau 8,7% Analphabeten, während in Betrieben, die Damenkleider auf direkte Bestellung arbeiten, dieses Verhältnis auf 4,4% in Wilna und 1,7% in Warschau fiel. So hängt auch die technische Entwicklung unseres Handwerks direkt von den Bildungsverhältnissen unserer Arbeiter ab. Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten. Von R. E- May, Hamburg. (Fortsetzung und Schluß.) Nach 39 jährigerWüstenwanderung werden sie und die Israeliten wieder gezählt. Die Zahl beider hatte betragen: Leviten (über 1 Monat): Am Sinai r1) 4. B. M. Kap. 3, V. 39: 22000 39 Jahre später: 4. B. M. Kap. 26, V. 62 : 23000 Am Sinai l «. V. 1 '»{;} 603550 Israeliten (über 20 Jahre) : ' ' 4. B. M. Kap. 1, V. 46: 4. B. M. Kap. 2, V. 32 : 39 Jahre später: 4. B. M. Kap. 26, V. 51: 601730!) Am Ersten des zweiten Monats des zweiten Jahres nach dem Auszug.