Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 150 (sequence 10)
- Language
- German
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— 150 — handenen 180 Jahren noch mindestens 7 Geschlechter vor uns und es müßte sich ihre Zahl bei einer weiblichen Fruchtbarkeit von 30—40 Geburten noch ganz anders erhöht haben, als das nach unseren vorstehenden Berechnungen der Fall war. Nun ließe sich gegen meine Berechnung der Bevölkerungszahl noch einwenden, daß ich Kehath und Gerson als Maßstab genommen habe. Vielleicht — so konnte man sagen — waren die Verhältnisse bei Merari gerade die normalen. Um diesem Einwände zu begegnen, wollen wir die Volksberechnung auch auf dieser Basis noch vornehmen. Meraris Bevölk. im Aiter von 30—50 Jahren 51,6 % 20—30 u.\ __oo p » » n » v über 50) » » „ „ „ über 20 „ -83,6% also: Meraris „ „ „ „ unter 20 „ 16,4 „ zus. 100,0% Die Bevölkerung unter 20 Jahre betrug dann 19,6% der Zahl der Bevölkerung über 20 Jahre. Nach diesem Verhältnis ergibt sich : männliche Israeliten (ohne Leviten) über 20 Jahre........... 603550 männliche Israeliten (ohne Leviten) unter 20 Jahre (20%)......... . 12Q710 männliche Israeliten (ohne Leviten) über 1 Mon. überhaupt ......... 724260 davon waren Erstgeborene...... 22 273 folglich kommen auf / 724 260 eine Gebärende X "22273 33 Geborene- Ermäßigt sich nun auch die weibliche Fruchtbarkeit in Egypten dadurch, daß man die Verhältnisse bei Merari als Maßstab nimmt, fast auf 30 Geburten, so entsteht wieder eine neue Schwierigkeit, wenn man die Fruchtbarkeit im Stamme Levi nach der Erklärung des Talmud zu 4. B. M., Kap. 3, V. 39 berechnet, der von den 22300 männlichen Leviten über 1 Mon. nur 300 Erstgeborene annimmt. Das ergäbe eine Fruchtbarkeit der Frauen des Stammes Levi von -3ÖQ-- 74 Geborenen auf eine Gebärende. Von dem Rätselhaften dieser Leistung ganz abgesehen — wie erklärt sich dann, daß der Stamm Levi der bei weitem kleinste war, zählte er doch nur über 22 300 über 1 Mon. alte männliche Seelen. Wir wissen, daß 38,5% derselben im Alter von 30—50 Jahren waren. Nehmen wir, wie oben, die Altersklassen von 20—30 Jahren und über 50 Jahren mit zusammen 32% an, also die Leviten über 20 Jahre mit 70% ihrer Gesamtzahl, dann haben wir etwa 15600 Leviten über 20 Jahre, während die Zahl dieser Altersklasse bei den anderen nur halb so fruchtbaren Stämmen, (vom Stamm Menasse. der schon eine jüngere Generation darstellt, abgesehen) zwischen 35 400 bei Benjamin und 74 600 bei Judah variiert. Trotz doppelt so großer Fruchtbarkeit, war der Stamm Levi also nur etwa % so Sr°ß w*e ^er Stamm Benjamin und gar nur l/5 so groß wie der Stamm Judah. An sich wäre die geringere Zahl der Leviten schon erklärlich: Sie waren wie es scheint auch in Ägypten schon — derLehrstand und standen,nach allem, was wir von ihnen hören, tatsächlich geistig höher, als die anderen Stämme. Die Erscheinung, daß die Bevölkerung des höheren Kulturstandes sich, innerhalb auf niedrigerer Kulturstufe stehender Umgebung, Verhältnis mäßig langsamer vermehrt, ist eine ganz allgemeine. Außerdem waren die Leviten vielleicht schon in Ägypten vorwiegend Stadtbewohner und mögen als solche schon eine geringere Vermehrung gehabt haben, als ihre im Lande — und der Herden wegen auf dem Lande — zerstreuten Bruderstämme. Aus all diesen Gründen erscheint die Richtigkeit der Erklärung des Talmud zur Abrundung der Zahl der Leviten von 22300 auf 22 000 sehr zweifelhaft. Allerdings hat nach 4. B. M. Kap. 3, V. 46 die Zahl der