Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 147 - lung kennen lernen, welche enorme Bei deutung das für das Thema derselben hat.; Andrerseits stimmt unser Aufschlag von j 53% auf die Zahl der Männer über 20 Jahre : genau überein mit der Zahl von 4 Millionen,; auf die Gr ätz die Zahl der Juden zur Zeit | Davids angibt, auf Basis einer Zählung, die j 1 300 000 über 20 Jahre alte Männer er-! geben hatte. j (1300 000 + 53% 1 989 000 x 2 3 978 000). | i IL Die Fruchtbarkeit der Israeliten; in Ägypten. Auf die Frage der starken Vermehrung der Juden in Ägypten wird ein interessantes; Licht durch ein bisher merkwürdiger Weise ganz unbeachtet gebliebenes Verhältnis ge-; worfen, nämlich das Verhältnis der Zahl der . am Sinai gezählten Israeliten zur Zahl der j gleichzeitig gezählten Erstgeborenen unter j ihnen. Es liegt nämlich auf der Hand, daß j jede Frau durchschnittlich so viel Kinder j zur Welt gebracht haben muß, als die Zahl j der überhaupt vorhandenen Menschen sich j durch die Zahl der überhaupt vorhandenen I Erstgeborenen dividieren läßt. Bedient man sich hierbei nur der Zahl der männlichen Erstgeborenen, so darf man diese natürlich auch nur in die Zahl der männlichen Bevölkerung dividieren. Nun haben wir am Sinai auf der einen Seite mindestens 660 000 bis höchstens 930 000 männliche Israeliten (ohne Leviten) überhaupt, auf der anderen Seite genau 22 273 männliche Erstgeborene (siehe oben). Also entfielen auf eine Frau, die überhaupt Kinder hatte, durchschnittlich |^bis^° Geburten, d. h. mindestens 30, vielleicht aber 42 Geburten. Rechnen wir mit 40 Geburten, dann bedeutet das, daß jede Frau durchschnittlich vom 15. bis zum 55. Lebensjahre jedes Jahr ein Kind zeugte. Dabei ist noch Voraussetzung, daß die Sterblichkeit der Frauen, trotz der durchschnittlich 40 Geburten nicht groß war. War sie das aber, dann war die Geburtenzahl der überlebenden Frauen wesentlich größer noch als 30—40. Natürlich kann die Zeit der weiblichen Fruchtbarkeit, entsprechend der Häufigkeit der Geburt von Zwillingen und Drillingen usw., kürzer als 40 Jahre gewesen sein, das ändert aber nichts an der Zahl der von einer Frau durchschnittlich geborenen Kinder, die mit dem Verhältnis zwischen der Zahl der vorhandenen Geborenen und der Zahl der vorhandenen Erstgeborenen gegeben ist. Der Talmud behauptet, die Frauen hätten in Ägypten Sechslinge geboren. (Siehe Raschi zu 2. B. M. Kap. 1, V. 7.) Wenn das allgemein gewesen wäre, hätten sie ihr Pensum in 5—7 Jahren absolvieren können. Immerhin machen die gehäuften starken Ausdrücke der Bibel für die Fruchtbarkeit der Israeliten in Ägypten es wahrscheinlich, daß Mehrgeburten häufig waren und daß dadurch die Jahre der weiblichen Fruchtbarkeit auf durchschnittlich 20—25 Jahre angenommen werden können. Die starke Fruchtbarkeit selbst kann aber nur für eine kürzere Periode angenommen werden, also etwa für die Zeit der Entstehung der aus Ägypten gezogenen Geschlechter. Denn eine einfache Rechnung ergibt, daß eine dauernde weibliche Fruchtbarkeit von 30—40 Geburten innerhalb des 210 jährigen Aufenthaltes der Israeliten in Egypten, eine viel größere Bevölkerung hätte erzeugen müssen, als die 1 V2 bis 2 Millionen, die aus Ägypten zogen — es sei denn, daß man auf der anderen Seite eine horrende Sterblichkeit voraussetzt, wozu angesichts des Umstandes, daß die Mütter allgemein ihre Kinder nährten und von Seuchen, Nahrungsmangel und Kriegen