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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. Seite 122

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Die Berufszählung in München im Jahre 1907
Date
1913-09-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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— 122 - gängig zu niedrig. Infolge eines Versehens j wurden für 1895 nur die Zahlen für das j rechtsrheinische Bayern eingestellt. Der j ganze Abschnitt ist aus dem Aufsatz: Die j wirtschaftliche und soziale Lage der Juden | in Deutschland, Heft No. 6, 7. Jhrg. dieser; Zeitschrift textlich unverändert übernommen j worden. Dort ist auch die Berufstabelle j Berufsgliederung der erwerbstätigen Juden in Bayern richtig angegeben. In einem späteren Aufsatz soll der Versuch gemacht werden, die Verschiebungen in der Berufsgliederung der bayerischen Juden auf Grund der drei Berufszählungen im Zusammenhang mit den örtlichen Verschiebungen der jüdischen Masse, die in derselben Zeit sich vollzogen haben, zur Darstellung zu bringen. nach den Berufszählungen von 1882, 1895 und 1907. Berufsabteilung Berufsbevölkerung Auf die einzelnen Beruf sabteilun gen entfielen von je 100 Juden Unter je 100 Erwerbstätigen der einzelnen Berufsabt waren Juden 1882 | 1895 j 1907 1882 1895 1907 1882 1895 1907 Oeffentlicher Dienst und freie Berufe . . 2005! 893 i 723 2428« 3087! 4082 11219! 12747; 14795 32 35 i 88 862 i 1297 i 1631 4088 1 5088 j 5854 9,7 11,8 54,4 0,1 4,2 19,8 3,9 13,3 55,1 0,1 5,6 22,0 2,7 15,0 54,5 0.3 6,0 21,5 0,1 0,4 6,5 0,2 0,7 1,5 0,1 0,4 5,1 0,1 0,8 1,6 0,1 0,4 4,2 0,2 0,9 1,4 20634 j 23147 j 27173 100,0 100,0! 100,0 0,8 0,8 0,7 Die Betätigung der Juden in der Landwirtschaft istheute ganz unbedeutend. Noch 1882 waren 10% der erwerbstätigen Juden in der Landwirtschaft beschäftigt, jetzt sind es kaum 3 0/ Mehr als in allen anderen Zahlen offenbart sich hier der Aufsaugungsprozeß der ländlichen Judenheit in Bayern durch die Städte, insbesondere durch Nürnberg und München. Es steigt langsam aber von Zählung zu Zählung die Quote der Juden, welche in der Industrie ihren Erwerb finden. Von 11,8% im Jahre 1882 ist der Anteil der in der Industrie Beschäftigten auf 15% angewachsen. Im Handel dagegen, der immer noch die Haupterwerbsquelle für die bayerischen Juden bildet — ihm gehört mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen an ~~ zeigt sich ein leiser Rückgang von 1895 an. Eine ähnliche Tendenz tritt auch in anderen Bundesstaaten, so vor allem in Preußen zutage. Die übrigen Berufsabteilungen zeigen 1895 und 1907 eine fast gleich starke Besetzung. Der öffentliche Dienst bezw. d i e freien Berufe kommen im Vergleich zu 1895 gegenwärtig als Erwerbsquelle etwas stärker in Betracht. Dagegen hat die Zunahme der beruflosen Selbstständigen etwas nachgelassen. Im Vergleich zur Entwicklung der gesamten erwerbstätigen bayerischen Bevölkerung haben die Juden in der Industrie ein gleich kräftiges Wachstum, im öffentlichen Dienst und den freien Berufen eine raschere Zunahme aufzuweisen, während sie im Handel, wie das Sinken des Anteils von 6,5% im Jahre 1882 auf 5,1% im Jahre 1895 und neuerdings auf 4,2% im Jahre 1907 zeigt, hinter der allgemeinen Entwicklung nicht unbedeutend zurückgeblieben sind. Auch das Kontingent der Selbständigen ohne Beruf hat sich bei der Gesamtbevölkerung kräftiger entwickelt. Wenden wir uns nunmehr München zu. Die durch die Berufszählung festgestellte Zahl der Münchner Juden betrug 9208 und bleibt verglichen mit dem Ergebnis der Volkszählung von 1905, nach welcher die Zahl der Münchner Juden sich

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