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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1913) · p. Seite 104

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1913)
Article
Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Kurhessen
Date
1913-07-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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- 104 — recht trübes ist. Die Geburten sind in aufj fallender Weise zurückgegangen. Einst blüj hende Gemeinden haben jetzt keinen Gottesj dienst mehr, da ihnen 10 erwachsene Personen j fehlen; die noch bestehenden öffentlichen j Volksschulen leiden an Schülermangel und j werden nach der Pensionierung des Stellenj Inhabers aufgehoben, um vielfach als Privatj Elementarstelle eingerichtet zu werden. Die Erwerbsverhältnisse in der Provinz sollen recht schwierige sein; deshalb suchen junge Leute geeigneteren Boden, um sich zu ernähren, während die Alten in den größeren Plätzen genießen, was sie mühevoll sich erworben haben. Die Juden in Bosniei Von Dr. o e c. p u b 1. ja Als Österreich im Jahre 1878 im Aufj trage des Berliner Kongresses das türkische j Vilajet Bosnien und Herzegowina besetzte, j mußte seine erste Aufgabe darin bestehen, j in dem völlig desorganisierten Lande, in I welchem anarchische Zustände herrschten,; in möglichst genauer Anlehnung an die be- I sonderen Landesverhältnisse die Prinzipien! einer modernen Verwaltung praktisch durchj zuführen. Dies konnte aber nur geschehen, wenn die Verwaltung über die Größe der Bevölkerung, über ihre Differenzierung nach den wichtigsten Gesichtspunkten, wie Alter, \ Geschlecht, Familienstand, Bildungsgrad, : Beruf orientiert war. Es wurde daher gleich i im ersten Jahre nach der Okkupation in Bosnien eine Volkszählung veranstaltet, die erste Volkszählung in Bosnien, deren Er- ( gebnisse Anspruch auf annähernde Verläßlichkeit machen kann. Erst von diesem Zeitpunkte ab läßt sich mit Sicherheit das : Wachstum der Bevölkerung, ihre wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, soweit sie in statistischen Ziffern sich ausdrücken läßt, einigermaßen beschreiben. Es hatten früher unter der ottomanischen Herrschaft wohl auch Zählungen stattgefunden, die aber nicht als Volkszählungen in unserem Sinne! ausgesprochen werden können. Man hatte I sich damit begnügt, in den Jahren 1851, \ l und Herzegowina. c o b S e g a 11, Berlin. 1871 und 1876 teils nur die Kopfzahl der männlichen Bevölkerung, teils sogar nur die Häuserzahl zu ermitteln, wonach dann die Schätzung der Gesamtbevölkerung vorgenommen wurde. Auf eine Erforschung der natürlichen und sozialen Gliederung der Bevölkerung wurde vollkommen verzichtet, und selbst die erwähnten primitiven Erhebungen krankten infolge der im Lande herrschenden unsicheren Verhältnisse an einer mangelhaften Durchführung. Natürlich hatte auch die erste eigentliche Volkszählung unter den Nachwirkungen der früheren Unordnung zu leiden, indem sie jene Vollständigkeit, wie sie jetzt erreicht wird, nicht besitzt Die gewonnenen Zahlen bleiben hinter der Wirklichkeit zurück. Aber immerhin bedeutet sie im Vergleich zu den früheren Zählungen einen unvergleichlichen Fortschritt. Die Zählung wurde 1885, 1895 und zuletzt am 1. Oktober 1910 wiederholt Inzwischen war Anfang der neunziger Jahre ein amtliches statistisches Departement eingerichtet worden, welches unter möglichster Anlehnung an die im Kronlande Österreich-Ungarn geltenden Grundsätze bei der Bevölkerungsaufnahme verfuhr. Die Materialien der letzten Zählung sind in einem stattlichen Bande, der einen ausführlichen Textteil und ein reichhaltig geglieder-

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