Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1913)
- Article
- Jüdische Kreditgesellschaften auf Gegenseitigkeit in Rußland
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
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- §1 — schatten die Reserven 6 °/0 aller übrigen Kapitalien ausmachen, (^g^Q^0) machen sie bei den nichtjüdischen Gesellschaften 22% /20 261 QQQ10Q\ \ 91 536 000 / aus. 91 536 000 Die angegebenen Zahlen erklären es, warum die jüdischen Gesellschaften ihre Aktivgeschäfte bei weitem nicht in dem Maße betreiben können wie die nichtjüdischen. In der Tat, der Wechseldiskont und die Gewährung von Darlehen — die Haupttätigkeit einer Krediigesellschait — werden von den jüdischen Gesellschaften in viel geringerem Grade betrieben als von den nichtjüdischen: so ist das Verhältnis der Summen dieser beiden Aktivposten zu der Zahl der Miiglieder bei den jüdischen Gesellschaften — 724 / 38 434 000 + 10 505 000\ , . . . , ^-67~576---/' 1 nicntjudischen a i <-n / 467 002 000 + 171 359G00\ dagegen -14/0 (-^----). Mitanderen Worten: die jüdischenGesellschafien gewähren jedem Mitglied Kredit in der durchschnittlichen Höhe von 724 Rubeln, nichtjüdische dagegen in derHöhe von 1470 Rubeln. Und trotzdem arbeiten die jüdischen Gesellschaften mit einer Intensität, die derjenigen der nichtjüdischen Gesellschaften tast gleich ist. Es ist bekannt, daß die Gesellschaften ihren Mitgliedern nicht immer in vollem Maße Kredit gewähren;r) die durchschnittliche Zahl, die sich nach der Division der Summe der oben erwähnten Aktivposten durch das Grundkapital ergibt, soll stets kleiner als 10 sein. Nun ist es beachtenswert, daß dieser Durchschnitt, welcher als Grad der Kreditgewährung dienen kann, bei jüdischen und nichtjüdischen Gesellschaften fast gleich ist. Pür die ..... , - , i - u , , /38 434 000-f-lO 505 000\ judischen ist er gleich 6,6 (------7370QQQ-) für die nichtjüdischen gleich 6,9 467 002 000 + 171 359 000> , , c -91536ÖÖÖ--)> dh * Summen, ( 5) Jedes Mitglied hat satzungsgemäß Anspruch au! das Zehnfache seines Beitrages. die sich aus dem Wechseldiskontgeschäft und der Gewährung von Darlehen bei den jüdischen Gesellschaften ergeben, sind 6,6, bei den nichtjüdischen 6,9 mal größer als das Grundkapital. „Wir sind also zu einem Resultat gekommen", sagt Dr. Silberfarb, „welches bei der sozialen Wertung der Tätigkeit der jüdischen Kjeditgesellschaften auf Gegenseitigkeit von großer Bedeutung ist, nämlich, daß in dem Grundgeschäft, welches die Existenzberechtigung einer Kreditgesellschaft beweist, nämlich in ihrem Wechseldiskontgeschäft und der Gewährung von Darlehen, die jungen jüdischen Gesellschaften den alten nichtjüdischen nicht nachstehen, und daß sie also mit ihren kleinen Grundkapitalien dieselbe soziale Mission erfüllen wie die nichtjüdischen." Dr. Silberfarb wirft schließlich die Frage nach dem Ursprung der Kapitalien auf, mit denen die Kreditgesellschaften arbeiten; er untersucht mithin die Passivseite der Bilanz. Die Summe der Depositen aller 132 jüdischen Gesellschaften erreicht die Höhe von 22 248 000 Rubel, das Verhältnis dieser Summe zu dem Grundkapital ist 3:1, d.h. auf einen Rubel Grundkapital kommen 3 Rubel Depositen. Bei den nichtjüdischen Gesellschaften ist dieses Verhältnis 5:1 f^f^fj^V v 91 o36 000 / Diese Ziffern zeigen, daß der jüdische Handelsstand viel geringere Barmittel besitzt als der nichtjüdische. Die Barmittel, die der jüdische Kaufmann meistens nur eine ganz kurze Zeit entbehren kann, bringt er lieber auf Kontokorrent, weshalb auch die Summen, die sich aus dem Kontokorrent ergeben, bei den jüdischen Gesellschaften größer sind, als bei den nichtjüdischen. Der relative Mangel an Depositen bedingt auch eine größere Verschuldung der jüdischen Kreditgeselischaften; so sind bei den jüdischen Gesellschaften die Schulden 1,7 (y^^f)'