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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. Seite 56

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
Der Rückgang der Geburtenziffer bei den russischen Juden
Date
1913-04-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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- 56 — ein solcher des Jahreszuwachses eingetreten ist. Bemerkenswerl ist, daß diese Erscheinung einen katastrophalen Charakter trägt. Ein aufmerksames Studium der obigen Tabellen laßt leicht erkennen, daß das Jahr 1905 einen Wendepunkt in den biotischen Erscheinungen der russischen Juden bildet, indem von diesem Zeitraum an ein jäher Abfall der Geburtenziffer und mit ihr des Zuwachses eintritt. Das jüdische Volk scheint sich bis dahin an seine wenig beneidenswerte Lage akkommodiert gehabt zu haben und ertrug alles in traditionellem Vertrauen auf Gott mit einem gewissenGleichmut. ErstdasRevolutionsjahr mit seinen Schrecknissen brachte es aus dem Gleichgewicht und veranlaßte es, nach verschiedenen Auswegen aus dem sozialen Elend, in dem es sich seit Jahrhunderten befand, zu suchen. Einen solchen rettenden Ausweg scheint die russische Judenheit einstweilen in der willkürlich herabgesetzten Kinderzahl zu erblicken, und wenn auch dieser zeitgemäße Rettungsmodus sehr trauriger Natur ist, indem er Unheilvolles in sich birgt, so ist doch mit diesem fest und klar ausgesprochenen Volks willen zu rechnen. Es ist Sache der A"o!ksführer, rechtzeitig dieses Übel anzufassen und nach besseren Auswegen zu suchen. Materialien zur Statistik der wesipreußischf Mitgeteilt von N. M. Sogleich nach der ersten Teilung Polens j (1772) hatte die preußische Regierung in den j ihr zugefallenen neuen Gebieten genaue stastistische Zählungen vorgenommen, die uns ein klares Bild von den ökonomischen Zuständen dieser polnischen Provinzen geben. Selbstverständlich hatte man auch eine genaue Zählung der Juden vorgenommen. Im Berliner Geheimen Staatsarchiv finden sich diese tabellarischen Nachweise. Wir wollen hier die Angaben über die Juden im Netze-Distrikt *) mit j teilen. In die „General-Designation" vom Jahre j 1773, die dem General-Direktorium eingeschickt j wurde, sind „sämtliche vorhandenen Juden sowohl in den Städten als auch auf dem; platten Lande in dem Distrikt diesseits der \ Netze44 aufgenommen worden. , In diesen Zählungsbogen sind die Namen j der einzelnen Juden nebst ihren Vermögens-; Verhältnissen und Beschäftigungszweigen ver- ' zeichnet, außerdem rindet sich eine An-; x) General - Directorium Westpreußen, Netze- District. Materien: Judensachen Sect 1, Nr. 4, Tit. LXVI, Vol. I—III. :n Juden zu Ende des XVI1L Jahrhunderts, Gelber, Berlin. merkung, ob der betreffende Jude ein „zum Schutze qualifizierter" ist. So gab es im Jahre 1773 in dem Distrikte diesseits der Netze auf dem platten Lande 272 Judenfamilien mit 1066 Seelen. Davon entfallen auf die einzelnen Ortschaften : Ortschaft1) Famiiienanzahl Seelen anzahl Prosseckel .... 11 33 Neuendorff . . . 1 3 Gornitzer Mühle . o 7 Arnsfelde .... 4 14 Prohse ..... 3 18 Zippnow .... 11 51 Clausdorff .... 18 m Hoffstadt .... 12 47 Brotzen..... 19 71 Machlin..... l 3 Heinrichsdorf . . 22 97 Warlang . . 24 88 Gross Poplo . . . 40 160 Gregen..... 11 40 Summa 179 701} Da; ,n kommt nocli Nickelscher Kreis. 77 298 a) » der Kittelsche der Bromljer- Brornbergerscher ,, 16 67) gersciie Ereis. zusammen 272 1066 l) Volumen I Z. 40-55. Wir publizieren hier nur die „Recapitulatio".

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