Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-04-01 · Heft 4 (April 1913) · p. Seite 53

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 4 (April 1913)
Article
Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Württemberg von 1820 bis 1910
Date
1913-04-01
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187730-3187734-3193024--3838-3193063
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 53 — Stärke der Abwanderung nicht vollkommen wieder. Immerhin ist ein annähernder Schluß möglieh. Es wanderten ab in den Jahren : Jahr Gesamtzahl Juden , auf 1856 4791 78 151 Juden 1857 6192 98 120 „ 1858 2989 27 411 „ Die Abwanderung von Juden war stärker als die von Evangelischen und Katholiken, denn es trafen im Jahre 1856 erst auf 306 Evangelische ein Auswanderer, im Jahre 1857 auf 241 und im Jahre 1858 auf 547; für die Katholiken lauten die entsprechenden Zahlen 1856: ein Auswanderer auf 532 Personen, 1857 auf 387 und 1858 auf 623. Für die Jahre 1856 und 1857 kennen wir auch das Ziel, wohin sich die jüdischen Auswanderer wandten. Es wanderten Juden nach: Länder 1856 1857 Baden............. 9 11 Altbayern......... 7 11 Schweiz........... 1 2 Preußen.......... 2 1 den übrigen deutsch. Staat. 2 1 Frankreich......... 2 1 Amerika.......... 55 71 zusammen 78 98 3/4 aller Juden zogen nach Amerika. Es wanderten e in in den genannten]Jahren: lahr ZahI in °/o ' -* der Juden aller Einwanderer 1856 21 2,87 1857 28 3,29 1858 12 0,92 Der Zuzug von Juden war relativ bedeutend stärker als der von Angehörigen anderer Konfessionen. Es kamen im Jahre 1856 von Baden 5, Altbayern 11, Hohenzollern 1, aus den übrigen deutschen Staaten 3, aus Frankreich 1 Jude; im Jahre 1857 kamen aus Baden 9, Bayern 11, Hohenzollern 3, sonstigen deutschen Staaten 1, Schweiz 2, Nordamerika 2 Juden. Die Verschiebung der jüdischen Bevölkerung in den einzelnen Kreisen während der Periode 1846/1858 ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung: 1846 1858 Zubezw. Kreis 10™ iUOiJ Abnahme in % Neckarkreis. . . . 2701 2809 -f 4 Schwarzwaldkreis 1953 1476 — 24 Jagstkreis..... 5095 4230 — 17 2572 — 1,3 Donaukreis . . 2607 zusammen 12356 11088 10 Nur der Neckarkreis hat eine kleine Zunahme aufzuweisen. Am größten wrar der Rückgang im Schwarzwaldkreis. Hier ist auch die übrige Bevölkerung am schärfsten vom wirtschaftliehen Niedergang betroffen worden. Dieser Kreis hatte die weitgehendste Zerstückelung des Landbesitzes. Die überschüssige Bevölkerung, die keine Beschäftigung rinden konnte, mußte das Land verlassen. Relativ am wenigsten litt der Donaukreis. (Fortsetzung folgt.) Der Rückgang der Geburtenziffer bei den russischen Juden. Von Dr. S- Weissen Der Niedergang der Geburtenzahl bei den deutschen Juden ist eine feststehende Tatsache, die die Hauptursache der ziffernmäßigen Schwächung der deutschen Judenheit bildet. Was ihre absolute Abnahme hemmt, ist die stete Zuwanderung von Juden aus dem großen osteuropäischen Reservoir. Diese Zuwanderling wird von Einigen begrüßt als Faktor, b e r g, EHsabethgrad. in dem sie .eine gewisse rassenhygienische Bedeutung erblicken, von Anderen aber umsomehr gefürchtet als Grund, der den natürlichen Untergang nur unnütz aufhalten und deshalb zur Qual gestalten kann. Welche Angst letztere Voraussetzung einem scheuen Gemüt einflößen kann, zeigen folgende Zeilen: „Die 7 Millionen polnischen, galizischen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.