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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. Seite 26

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
Unterrichtsstatistik für das Jahr 1910 in Russland
Date
1913-02-01
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 26 — wir zur Unterrichtsstatistik des Jahres 1910 über, IL Obwohl in Russland für die Verwaltung der Schulen ein besonderes Unterrichtsministerium existiert, gibt es doch in fast allen übrigen Ministerressorts spezielle Schulabteilungen, welche die Spezialschulen der betreffenden Ressorts verwalten, beaufsichtigen und registrieren; diese letzteren Schulen sind nicht nur technische Fachschulen wie z. B. Bergschulen, Eisenbahnschulen, Marineschulen etc, sondern auch solche für allgemeine Bildung, Von besonderer Wichtigkeit für unseren Zweck sind die Schulen des Handels- und Industrieministeriums, welches zahlreiche Mittelschulen, sogenannte Commerzschulen mit einem Gymnasialkursus (aber ohne klassische Sprachen) unterhält. Diese letzteren haben in dem letzten Jahrzehnt des XIX. Jahrhunderts besonders grosse Verbreitung gefunden, weil in denselben jüdische Schüler bis 50 Proz. der Gesamtzahl und auch oft darüber hinaus aufgenommen werden, während in den Gymnasien, Realschulen und übrigen Schulanstalten des Unterrichtsministeriums die eisernen Normen von 5,10 und 15 Prozent streng durchgeführt werden. Viel weniger kommen für uns in Betracht die Schulanstalten der übrigen Ministerien, hauptsächlich deswegen, weil in den zahlreichen Schulen der übrigen Ressorts Juden von der Aufnahme fast ganz ausgeschlossen sind. Die Juden sind beispielsweise gänzlich von der Aufnahme in die Junkerschulen, Militär-, ' Kriegsakademie und andere Schulanstalten des Kriegsministeriums ausgeschlossen; ebenso verhält es sich mit den Schulen des Marineministeriums, der Eisenbahnverwaltung etc. Eine grosse Anzahl von Elementarschulen findet sich im Ressort der griechisch-katholischen Geistlichkeit, die auch in manchen Orten von jüdischen Kindern besucht werden, besonders in solchen Orten, wo dieselben die einzigen Schulen des Ortes sind. In den unten angeführten Tabellen sind nur die Schulen des Unterrichtsministeriums (Tabelle II) und des Handels- und Industrieministeriums (Tabelle III) berücksichtigt. Die Besucherzahl der Schulen der übrigen Ressorts ist zwar nicht gross, aber geht immerhin in die Tausende. Vielleicht gelingt es noch demnächst die Ziffern genau zu ermitteln, die dann als Ergänzung gebracht werden sollen. Elementarbildung* Die Ausbildung der jüdischen Kinder in Elementarschulen findet in dreierlei Schularten statt: 1. Im Cheder; 2. In jüdischen Elementarschulen; 3. In allgemeinen (nichtjüdischen) Elementarschulen. Im offiziellen Bericht des Unterrichtsministeriums findet die statistische Erfassung der Chederzahl in mangelhaftester Weise zusammen mit der Registrierung der jüdischen Schulen statt. Wir bringen dieselbe in Tabelle I und ersehen daraus, dass es registrierte Cheder im Jahre 1910 7743 gab. Da wir keinen triftigen Grund haben, um einen bedeutenden Niedergang des Besuches der Cheder anzunehmen, so werden wir wohl der Wahrheit ziemlich nahe kommen, wenn wir die Zahl von 26 000, wie sie für Ende der neunziger Jahre festgestellt ist, auch jetzt als giltig zur Grundlage unserer Berechnung nehmen. Wir tun dies mit vollem Bewußtsein, da die Gründe, die für eine Vergrösserung der Zahl sprechen müssten, so z. B. Vergrösserung der jüdischen Bevölkerung innerhalb der

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