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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. Seite 156

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
Die russischen Juden in Kopenhagen
Date
1912-11-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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— 156 — getreten, und die Juden (von den russischen I Einwanderern abgesehen) gehören jetzt j fast ganz dem höheren Bürgerstande an, so dass man namentlich viele Grossisten, j Bankiers, Fabrikanten und Direktoren von j Aktiengesellschaften antrifft, ausserdem I zahlreiche Vertreter der geistigen Berufe j wie Beamte (darunter mehrere Lehrer an j den höheren Unterrichtsanstalten), Aerzte, j Rechtsanwälte, Journalisten, Literaten und Künstler, zum grossenTei! Stellungen, durch welche die Juden einen ausserordentlich bedeutenden Einfluss auf das geistige Leben der Hauptstadt und dadurch auf das des \ ganzen Landes haben. Während die beiden Berufsaufstellungen von 1836 und 1906 das Aufsteigen der I alten jüdischen Gemeinde durch einen j längeren Zeitraum von der mittelsten j Stufe der Gesellschaftsleiter bis zur j höchsten beleuchten, zeigt Tabelle f ein j jüdisches Proletariat, das im Begriffe ist, die erste Stufe der Leiter zu ersteigen. Die Aufmerksamkeit wird hier namentlich auf eine Vergleichung der Colonnen a und b j hingelenkt, deren erstere die Berufsteilung j für alle männlichen russischen Berufstätigen zeigt, die Colonne b dagegen für den Teil derselben, die schon 5—10 Jahre hier gewohnt haben, und die vom sozialen Gesichtspunkte aus schon dadurch etwas höher gestellt sind, dass die selbständigen Kaufleute und namentlich Handwerker einen wesentlich grösseren Teil der ganzen Berufstätigen ausmachen. j Von Interesse sind ferner die W o h n - j v e r h ä 11 n i s s e der russisch. Juden. Wir j wollen zunächst untersuchen, in welchen | Stadtteilen sie sich hauptsächlich nieder- I lassen. Dies geht aus der folgenden Ueberj sieht hervor, in welcher die erste Kolonne! über die Gesamtanzah] der russischen j Juden Ausschluss gibt ohne Rücksicht auf! ihre Stellung im Hausstande (darunter auch Dienstboten und Logierende bei einer nicht jüdischen Familie), die zweite Colonne dagegen die Anzahl der Hausstände angibt, wo ein russischer Jude Mieter ist. Anzahl Anzahl der der Personen Hausstände Die innere Stadt........ 1042 231 I'»ie alte Stadt und (las westliche Viertel St. Annae. 320 82 200 51 Die eingemeindeten Distrikte . . 19 5 19 6 Zusammen 1600 375 Es ist zu ersehen, dass die russischen Juden namentlich in der inneren Stadt und in den Wallvierteln sowie in den alten Vorstädten (namentlich Norrebro) wohnen. In den eingemeindeten Bezirken und in Frederiksberg ist ihre Anzahl nur gering. In Kristianschaon befinden sich keine russischen Juden, wohl aber viele Polen nicht-jüdischer Herkunft. Im übrigen wohnen die beiden Nationen zum Teil in denselben Stadtteilen, sie halten sich aber scharf von einander abgesondert. Die russischen Juden verteilen sich über eine sehr grosse Zahl, im ganzen über 100 zum grössten Teil arme Strassen der Hauptstadt: es ist also keine Neigung zur Zusammenrottung in einzelnen eng begrenzten Stadtvierteln zu verspüren. Lassen wir alsdann unsern Blick hinter die Mauern eindringen, um zu sehen, wie die russischen Juden wohnen, so gibt unser Material uns unter anderem Aufschlüsse über die Zimmeranzahl der Wohnungen, ihre Lage in den Häusern und die Anzahl ihrer Bewohner. Diese verschiedenen Verhältnisse sind in der nachfolgenden Tabelle g beleuchtet. Man kann in der Tabelle g besonders bemerken, dass die Zweizimmerwohnungen ganz stark hervortreten, und dass über

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