Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- Die russischen Juden in Kopenhagen
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
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— 154 — jüdischen Gemeinde und der ganzen Bevölkerung in der entsprechenden Altersgruppe verheiratet ist. Auch in den folgenden höheren Altersklassen befinden sich stets eine grosse Anzahl verheirateter Frauen unter den russischen Jüdinnen. Wir gehen nun dazu über, die Erwerbsverhältnisse der russischen Juden zu untersuchen, wie sie aus nachstehender Tabelle hervorgehen, 1 e e. Männliche Berufstätige Weibliche Berufstätige Beruf Zusammen Ver- : heiratet; Ledig Zusammen Ver-; heiratet! Ledig Zusammen Versorg er i 10 5 15! 2 2 17 Selbständige Personen in Handi werk und Industrie . . . „ 24 j 1 25 — i — — 25 269! 121 390 14! 59 73 463 Kau Meute............. 15 | 3 18 2 I — 2 20 11 j 7 18 —! — — 18 —! 2 2 1 8 9 11 Nicht angegebener Beruf .... 3 10 11 2! 14 16 27 Zusammen 330 \ 149 479 19! 83 102 581 Von den russischen männlichen Juden haben 479 gewerbliche Tätigkeit. Von diesen sind 330 verheiratet und 149 unverheiratet, von den letzteren sind 4 unter 18 Jahren. Betrachten wir die Berufsverteiiung der Männer in der Tabelle e, so sehen wir zunächst, dass 15 von ihnen den geistigen Berufen angehören. Einige dieser .Männer bekleiden Stellungen, die mit der Ausübimg der jüdischen Religion in Verbindung stehen (als Religionslehrer. Kirchendiener), und andere haben eine weltlichere Beschäftigung als Musiker in einem grossen Kopenhagener Hotel gefunden, (von denen einer sogar als Kapellmeister bezeichnet wird.) Die nächsten Gruppen umfassen 25 selbständige Handwerker und Industrielle und 390 Arbeiter. Diese letzteren gehören zu einem überwiegenden Teile gewissen Berufen an. die auch anderswo [z. B. in Newyork) erfahrungsgernäss auf die jüdischen Einwanderer eine grosse Anziehung ausgeübt haben, in erster Reihe der Bekleidungsindustrie. Unter den Arbeitern findet man demgemäss 150 Schineider, 71 Schuhmacher, 20 Textilarbeiter und 18 Hutmacher. Dazu kommen dann einige Schlächter, Tischler, Schmiede, Maschinenarbeiter, Klempner, Elektriker und Maler, aber sehr wenige Freiluftarbeiter (kein Zimmermann und nur 1 Maurer). Die jüdischen Arbeiter finden sich hauptsächlich in solchen Berufen, wo Fingerfertigkeit und Geschmack erforderlich ist, bisweilen mit einer gewissen Intelligenz gepaart, die jedoch keine grosse physische Kraft erfordern. Selbständige Industrielle trifft man. unter den russischen Juden namentlich in solchen Berufen, wo es viele jüdische Gesellen gibt, und wo es nur eines kleinen Schrittes vom Arbeiter zum Meister be-