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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. Seite 142

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Die russischen Juden in Kopenhagen
Date
1912-10-01
Page
Seite 142 (sequence 6)
Language
German
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— 142 — eine verschwindende Anzahl nicht dem jüdischen Glauben an; dagegen sind über ein Viertel der zu Hause befindlichen Kinder der Ehen der alten jüdischen Ge-; rneinde Nicht-Juden. Natürlich bedeuten die russischen Einj Wanderer mit ihrem streng orthodoxen j jüdischen Glauben, den sie auch auf die Kinder übertragen, eine Stärkung des jüdischen Glaubenselementes unter diesen letzteren. Ueber den Einfluss. weichen das Hinzukommen der russischen Juden auf \ das Religionsverhältnis der Kinder in den; 3 niedrigsten 5 jährigen Altersgruppen ausj übt, gibt nachstehende Tabelle d Auf-; schluss- Tabelle d. Die alte jüd. Gem. Die russ. Juden Die ganze jüd. Gemeinde Anzahl der jüd. Kinder Anz. d. nichtjüd. Kinder Anzahl der jüd. Kinder Anz. d, nichtjüd. Kinder Anzahl der jüd. Kinder Anz. d. nichtjüd. Kinder JU disclic Kinder 1 NichtjUdisciie I Kinder 0—5 Jahre 5-10 „ 10-15 „ WA 213 225 103 92 91 414 loö 77 6 : 616 r 109 374 •' 302; 01 ü/, So!b 80,3 76,8 L»,' _ U,0 19,7 23,2 Zusammen 645 2SÖ 647 6 1202! 292 j 81,(5; 18,4 Es ist zu ersehen dass die Prozentzahl der Kinder, die dem jüdischen Glauben angehören, in der niedrigsten 5 jährigen j Altersgruppe am grössten ist und in den; beiden darauffolgenden Gruppen abnimmt.; Dies erklärt sich dadurch, dass die Kinder | der russischen Juden in der jüngsten der drei in der Tabelle angegebenen Altersgruppen verhältnismässig am zahlreichsten sind. Die jüdische Einwanderung von Russland mit den vielen kinderreichen Familien hat nicht zum wenigsten auf dem Gebiete des Schulwesens den Juden, sowohl als Privatleuten als auch als; Gemeinde, grosse Ausgaben gebracht. Es bestehen, hier in Kopenhagen zwei Schulen für arme jüdische Kinder, nämlich die Freischule für Knaben mosaischen Glaubens und die Carcline-Schule für Mädchen, da, soweit bekannt, bisher keine jüdischen Kinder die Gemeindeschulen besuchten. Beide Schulen haben wegen der russischen Einwanderung erweitert werden müssen, die Knabenschule sogar durch die Aufführung eines neuen Schulgebäudes. Nimmt die jüdische Einwanderung weiter zu, so muss ein Teil der jüdischen Kinder wahrscheinlich trotzdem seine Zuflucht zu den Geineindeschuien nehmen- Natürlich macht sich der Unterschied in dem Ursprünge der Kinder vielfach in den äusseren Verhältnisen der Schule bemerkbar, nicht zum wenigsten in den Namen. So sind die hier im Lande bekannten jüdischen Geschlechisnamen wie Cohn. Levy, Meyer usw. mit anderen vertauscht, z. B. Scheftelowitz, Majew, Sega! usw., gleichwie auch die Vornamen, meist dänische, die in den alten jüdischen Familien Eingang gefunden haben, durch fremdklingende Namen erstezt worden sind, die früher hierzulande nur selten gehört wurden. Der Unterschied zeigte sich auch darin, dass die Kinder, oder richtiger gesagt die Eltern bisweilen sich schwer den festen Regein unterordnen konnten, z. ß. hinsichtlich der Unterrichtszeit, was ja ein geordnetes Schulwesen notwendigerweise erfordert. Der Charakter des Unterrichts ist jedoch nicht wesentlich verändert worden, und die Kinder der russischen Juden sind im ganzen genommen ebenso gelehrig wie die früheren Schüler, Was besonders die Sprache anlangt, so sprechen die osteuropäischen Juden unter sich das sogenannte ., Jiddisch", die Schule nimmt jedoch keine Kinder aüf; die nicht

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