Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1912)
- Article
- Das Leben der jüdischen Studenten in Russland
- Date
- 1912-07-01
- Page
- Seite 110 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-3187717-3187725-3192615--3528-3192660- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 110 — Was das Verhalten zu Juden und Judentum anbelangt, so sind folgende Zahlen von Interesse, Die Sprache der Erziehung war bei 48 Proz. jüdisch und bei 42 Proz, russisch. Der Prozentsatz derjenigen, denen das Jüdische geläufig war, ist aber ein bedeutend höherer und beträgt 78. Das Hebräische lesen zu können gaben 57 Proz. an, wobei der Prozentsatz der des Hebräischen wie auch des jüdischen Kundigen mit der Höhe der gesellschaftlichen Leiter abnimmt, und besonders auffallend ist es, dass die Söhne der Kultusbeamten in dieser Beziehung nicht die erste Stufe einnehmen. Aber trotz der im allgemeinen nicht geringen Verbreitung der Kenntnis der jüdischen und hebräischen Sprachen wird in beiden nur von 23 Proz. der Gesamtzahl systemathisch gelesen, und zwar lesen 10 Proz. jüdisch, 6 Proz, hebräisch und 7 Proz, in beiden Sprachen. 55 Proz, waren für die Erhaltung der jüdischen Nationalität; 21,6 bevorzugten die Assimilation und 23,4 verhielten sich gleichgültig in dieser Beziehung. Bemerkenswert ist, dass die nationale Gesinnung mit der Semesterzahl zunimmt. Nach der politischen Parteizugehörigkeit Hess sich folgende Verteilung feststellen. Es bekannten sich in Prozenten zu den Parteilosen 38,5 Sozialdemokraten 25,4 Bundisten 10 Zionisten 14,3 Sozialrevolutionären 5,1 Sozialisten 4 Konstitutionellen 1,8 Anarchisten 0,9 Nur ein Viertel gehörte somit den national-jüdischen Parteien an, wobei die Zionisten etwas stärker als die Bundisten vertreten waren. Die J$terreichi$ciK il Die SummarischenErgebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 19 10 sind soeben im Verlage Karl Gerold's Sohn in Wien erschienen (Oesterreichische Statistik, Neue Folge, Band 1, Heft 1, Preis 9 K.) Sie enthalten die von der k. k. Statistischen Zentralkommission bearbeiteten Zählungsresultate auf Grund der von den politischen Behörden verfassten Uebersichten, also der dezentralisierten Aufarbeitung des Volkszählungsmaterials. Die von der Statistischen Zentralkommission unmittelbar aus den Zählungslisten selbst, also zentralisiert aufgearbeiteten besonderen Ergebnisse werden in den späteren ttttzabiuitg m m. Heften veröffentlicht werden. Bilden diese auch erst das vollständige Quellenwerk, aus dem die Verwaltung und Wissenschaft ihre wertvollen Erkenntnisse schöpfen Können, so beansprucht gerade der Inhalt der vorliegenden summarischen Ergebnisse die allgemeinste Beachtung. Die dem Tabellenteil des Werkes vorangestellte analytische Bearbeitung in 10 Abschnitten ist mit Verhältniszahlen und Vergleichen mit den Ergebnissen früherer Zählungen reichlich ausgestattet, Sie gibt Aufschluss vom Wissenswertesten über die administrative Einteilung Oesterreichs, die Grösse (28 571 934 Personen) und Dichtigkeit der Bevölkerung, ihre Verän-