Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-06-01
Page
Seite 95 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2650397-3187717-3187724--3503-3192601
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 95 — des Vereins die von uns gewünschten zahlreichen Auszählungen aus dem Material der letzten Volkszählung für Berlin und die meisten Vororte vorzunehmen, so dass unser Bureau in der Lage sein wird, über viele, bisher völlig ungeklärte Verhältj nisse Auskunft zu geben. Die Auszählungen im Berliner Statistischen Amt werden etwa im Juli! i d. Js. begonnen v/erden, so dass an die Verj öffentlichung der Arbeit unseres Bureaus erst in j einiger Zeit gegangen werden kann. Hierzu sei j bemerkt, dass uns die kostspieligen Vorarbeiten j im Statistischen Amt der Stadt Berlin durch eine j besondere grössere Zuwendung der Jüdisches \ Gemeinde zu Berlin ermöglicht sind. j Hiernach gedenkt das Bureau die Juden in! Preussen zu behandeln. i Schliesslich wird auch eine Spezialarbeit im j Sinne der Prof. Wilhelm Meyerhoffer- I Stiftung geplant. Zu diesem Zweck hat sich i das Bureau mit dem „Gesamtarchiv der deutschen j Juden" in Verbindung gesetzt, welches einschläj giges Material gesammelt hat. Es handelt sich j hier um die Geschichte derjenigen zur Zeit nicht mehr jüdischen Familien, welche jüdischer Ab- I stammung sind. — Dass der Weg. den das Bureau für Statistik der \ Juden eingschlagen hat, der richtige ist, beweisen j einige Aeusserungen zuständiger Stellen, welche; liier mitgeteilt werden sollen. j Der hervorragendste Statistiker der Gegenwart,; Unterstaatssekretär z. D. Prof. Dr. G e or g; v. M a y r sagt in einem an die Redaktion der „Zeitj schrift für Demographie und Statistik der Juden" ' gerichteten Schreiben: j „Mit dem grössten Interesse habe ich soeben den Aufsatz vom Kollegen Dr. Arthur Cohen zu meinem 70. Geburtstage in Nr. 3 (März 1911) : der Zeitschrift für Demographie und Statistik; der Juden gelesen und dem liebenswürdigen Kollegen dafür meinen herzlichsten Dank zum Ausdruck gebracht. Ich danke aber auch der hochgeehrten Redaktion dafür, dass sie diesen Aufsatz — und zudem an hervorragender Stelle — gebracht; hat. Zugleich darf ich der Ueberzeugung Ausdruck geben, dass die sorgsame Pflege der Sonderstatistik der Juden, die aus dem Inhalt Ihrer j Zeitschrift ersichtlich ist, auch für die allgemeinen I wissenschaftlichen Interessen auf dem Gesamtj gebiete der Statistik von wesentlicher nutz-! bringender Bedeutung ist....." Aehnlich äusert sich derselbe Gelehrte in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Vereins für Statistik der Juden in München, Herrn Prof. Dr. Arthur Cohen: ..... „Die rege und erfolgreiche Arbeitsbestätigung des Vereins für Statistik der Juden und des Bureaus für Statistik der Juden verfolge ich mit dem lebhaftesten Interesse. Die Wissenschaft kann aus einer so energischen Konzentration des Studiums statistischer Massenbeobachtungen auf eine spezielle — genau abgegrenzte — statistischer Erfassung deshalb gut zugängliche soziale Schicht nur den grössten Nutzen ziehen. Auch ich hoffe im Verfolg meiner weiteren Arbeiten, insbesondere bei dem Detail der Kriminalstatistik diese Spezialarbeiten mit Erfolg verwerten zu können. Meine Auffassung über die wertvolle wissenschaftliche Beihilfe, die derartige spezialisierte Forschungen gewähren, haben Sie in Ihrem Aufsatz sehr richtig gekennzeichnet." Von amtlicher Seite ist es vor allem die „Grossherzogliche Zentralstelle für die Hessische Landesstatistik", welche die Tätigkeit des „Bureaus für Statistik der Juden" vollauf würdigt und seine Bestrebungen unterstützt. Sie hat bereits bei den letzten beiden Volkszählungen im Interesse und auf Veranlassung des Bureaus Auszählungen ausführlicherer Art über die Verhältnisse der Juden vornehmen lassen und begründet dies im Heft 901 ihrer „Mitteilungen" mit folgenden Worten: „Unser Amt nimmt seit einer Reihe von Jahren ausführlichere Auszählungen über die Bewegung der jüdischen Bevölkerung vor, da gerade bei ihr als einer mit charakteristischen Eigenschaften ausgestatteten Bevölkerungsgruppe wichtige Erscheinungen zutage treten, die bei der Auszählung der Gesamtbevölkerung verwischt werden. Der Wert dieser Statistik der Juden liegt besonders darin, dass sich bei der jüdischen Bevölkerung die die Bewegung der Bevölkerung beeinflussenden Zeitverhältnisse viel rascher bemerkbar machen als bei der Gesamtbevölkerung .... und dass deshalb die Juden gewissermassen das Barometer für die übrige Bevölkerung sind und Zustände schon jetzt zeigen, die bei jener erst in Zukunft zu erwarten sind." — Neben dieser allgemein wissenschaftlichen Bedeutung der Arbeiten unseres Bureaus ist natürlich der Wert, den sie für unsere besonderen wissenschaftlichen und praktischen Zwecke haben,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.