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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. Seite 88

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Article
Eine Statistik des Ritualbadbesuchs
Date
1912-06-01
Page
Seite 88 (sequence 3)
Language
German
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— 88 — riete Bassins mit oft kaltem und schmutzigem Wasser in besonders für den Winter wenig passenden Räumen den Interessenten zur Verfügung gestellt werden. Es sind somit lediglich nur 18 Frauen vom Hundert, die die Vorschriften über das rituelle Baden gänzlich vernachlässigt haben. Nicht unerwähnt möchte ich auch die erfreuliche Tatsache lassen, dass auch von diesen kaum eine ihre ehelichen Pflichten ohne vorhergehendes Baden aufnimmt. Nun haben ja die malthusischen Ideen und mit ihnen der präventive Geschlechtsverkehr auch in die jüdische Familie Eingang gefunden. Es schien mir deshalb interessant, dem gegenseitigen Verhalten dieser beiden Faktoren nachzugehen, da den Juden von jeher die Vermehrung als göttliches Gebot und somit als heilige Pflicht galt. Reicher Kindersegen machte das Glück der Familie aus, und wenn dies jetzt als Unglück betrachtet wird, dessen Mass in gewissen Schranken zu halten zulässig ist, so zeugt dies für ein gewisses Nachlassen des religiösen Gefühls, das im Kampfe mit den sozialen und ökonomischen Verhältnissen unterlegen ist. Als Maßstab dafür kann die Tatsache gelten, dass 45 von den hundert in Rede stehenden Frauen zu antikonzeptionellen Mittein ihre Zuflucht nahmen, und zwar verteilen sich diese mit Beziehung auf den Mikwebesuch folgendermassen: Es übten den präventiven Geschlechtsverkehr aus: von den 64 mikwebesuchenden Frauen 26 von den 18 nur den Termin einhaltenden 5 von den 18 auf alles verzichtenden 14 Es stellt sich somit eine gewisse Korrelation zwischen beiden Erscheinungen insofern heraus, als die Gruppe, die auf das rituelle Bad verzichtet hat, fast durchgängig dem präventiven Geschlechtsverkehr huldigt, während die noch auf der Basis der Tradition stehenden Frauen sich ihm gegenüber in der Mehrzahl der Fälle einstweilen ablehnend verhalten. Es scheint somit, dass die Orthodoxie eine gewisse Schutzwehr gegen das Eindringen neuer Ideen bildet, wie es auch übrigens zu erwarten ist. Es ist aber auch ersichtlich, dass soziale Vorteile wie überall so auch hier eigentlich die regierenden Kräfte sind, was sich im häufigeren Eindringen des ökonomisch wichtigen Präventivverkehrs dem seltneren Abnehmen des^gewohnheitsmässig geübten Tauchbades gegenüber ausspricht. — Ist auch die Zahl der Beobachtungen im ganzen klein zu nennen, so sind doch die; erzielten Resultate so interessant, dass ich! mich berechtigt wähnte, auch diesen Er- | scheinungen des jüdischen Lebens einige I Zeilen zu widmen und somit auf sie die I Aufmerksamkeit zu lenken. Statistisches flrcbto. Ausgaben der jüdischen j sträuben die bisherige Schlachtmethode aufzugeben, Gross<*ememden für die! weil diese ihnen solch hohe Einnahmen verschaffe, I dass sie nicht nur die Schächtausgaben, sondern I auch einen grossen Teil der übrigen Kultusbedürf- Vor einiger Zeit erschien in der „Deutschen j nisse decken. Eine Umfrage bei den bedeutendsten Tageszeitung" und von dieser übernommen in der j jüdischen Gemeinden in Deutschland über die Höhe Deutschen Schlacht- und Viehhofzeitung" ein Arj der für die Schechitah geleisteten Ausgaben und tikel, in welchem die Behauptung aufgestellt wurde, der aus derselben fliessenden Einnahmen ergab dass die jüdischen Gemeinden nur deswegen sich ■ nachstehendes Bild: Deuts ciliare cl

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