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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. Seite 77

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
Die Statistik der Juden auf der internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden
Date
1912-05-01
Page
Seite 77 (sequence 3)
Language
German
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— 77 — fälle bei den Krankheiten des Gehirns (Gehirnschlagfluss. Gehirnerweichung), bei den organischen Erkrankungen des Herzens und bei Nierenentzündung ein grösserer ist, als bei den Nichtiuden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei der Sammelrubrik „Sonstige Todesursachen" die Juden ebenfalls eine höhere Ziffer zeigen als die Nichtiuden, Arn auffallendsten sind dieUnterschiedebei den „H erzkrankheit en", bei welchen der Prozentsatz bei den Juden gerade noch einmal so hoch ist als bei den Nichtiuden. Da diese Krankheiten die höheren Lebensalter viel mehr befallen als die mittleren und jugendlichen, so dürfte diese Erscheinung damit zusammenhangen, dass viel mehr Juden infolge ihrer an und für sich geringeren Sterblichkeitsziffer ein höheres Alter erreichen als die Nichtiuden. Inwiefern hier die grosse Verschiedenheit der Berufsverteilung, die aus einer anderen Tafel dieses Amtes zu ersehen ist. von Einfluss ist, muss dahingestellt bleiben. 96. Säuglingssterblichkeit der jüdischen und nicht-jüdischen Bevölkerung in den ersten 12 Lebensmonaten im Verhältnis zu der Häufigkeit der Geburten in einem Durchschnitts jähr der Periode 1907—1909 in Amsterdam. Amanl der in den ersten 12 Lebensmo naien gestorbenen jüdischen und nichtjüdischen Säuglinge — auf je 1000 jüdische und nicht-jüdische Geburten berechnet — im jährlichen Durchschnitt 1907—1909. Ausgestellt vom Bureau van Statistiek, Amsterdam. Aus dieser Darstellung ergeben sich eigentümliche Unterschiede in dem Ablauf der Säuglingssterblichkeit bei den Juden und Nichtiuden. Im 1. Lebensmonat ist in Amsterdam die Sterblichkeit bei den Juden grösser als bei den Nichtiuden, während z. B, in München, wo gleichartige Untersuchungen angestellt worden sind, das Umgekehrte der Fall ist. Dies ist um so weniger zu verstehen, als gerade im 1. Lebensmonat der Einfluss der verschiedenen sozialen Faktoren am geringsten ist. Vom 2, Lebensmonat an ist die Säuglingssterblichkeit bei den Juden kleiner als bei den Nichtiuden. Die Schwankungen, die sich im weiteren Ablauf bei den letzteren ergeben, hängen natürlich mit der Kleinheit der Zahlen zusammen. Statistisches flrebto. Hessen "l Die ausländischen Juden in Hessen. Bei der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1910 wurden im Grossherzogtum Hessen 2502 ausländische Juden, 715 mehr als im Jahr 1905, gezählt, die fast ausschliesslich in den grösseren Städten lebten, so in Offenbach 1131, in Darm Stadt 512 und in Mainz 380. Der Staatsangehörigkeit nach sind die ausländischen Juden hauptsächlich Russen (1606) und Oesterreicher (689). Bemerkenswert ist, dass seit der letzten Volkszählung im Jahre 1905 besonders viele russische Juden in die Stadt Offenbach eingewandert sind., so dass deren Zahl von 330 auf 874 gestiegen ist. Dies rührt daher, dass die Polizei im benachbarten F r a n k fu r t a. M. in den letzten Jahren viele russische Juden — nach dem Muster anderer preussischer Städte — ausgewiesen hat, während ihnen in Offenbach die Aufenthaltsbewilligung gewährt wird. Dem Beruf nach sind die meisten russischen Juden in Offenbach Portefeuüler und Zigarettenarbeiter.! Bayern Schulbesuch in Münchener Werktagsschulen von 1876 Hs 1911 Die Schulkinder in den Münchner Werktagsschulen verteilten sich nach dem Bekenntnis folgendermassen: Schuljahr kath. prot. isrl. Ges- Zahl %d. Israel. 1876/80 (15400) (1818) (352) 17569 2,0 1881/85 19841 2716 449 23032 1,9 1886/90 25436 3604 505 29583 1,6 1891/95?02!6 4298 521 35161 M 1896/1900 35999 5030 571 41781 1.3 1901/05 46951 6486 727 53793 1,3 1906/10 55891 7571 805 63613 1,2 1908 09!0r9/:0 1910/11 58160 59119 60059 7887 7998 8073 793 816 847 65933 67278 68623 1,2 1,2 1,2

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