Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1912)
- Article
- Die Statistik der Juden auf der internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden
- Date
- 1912-05-01
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
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— 76 — keit bei den Juden wesentlich geringer ist als bei den Christen, in beiden Fällen bei den weiblichen Personen geringer als bei den männlichen. Am günstigsten ist die Sterblichkeit bei den jüdischen Kindern bis zu 5 Jahren, bei den jüdischen Knaben sogar bis zu 15 Jahren, ferner bei den jüdischen Frauen im Alter von 15—30 Jahren. Dagegen auffallend ungünstig ist die Sterblichkeit der jüdischen Mädchen von 5—10 Jahren. 81. Darstellung der Beziehungen der Säuglingssterblichkeit zu der Häufigkeit der Geburten bei der christlichen und jüdischen Bevölkerung in Hessen seit dem Jahre 1876. (60x80 cm.) Diese Tabelle lehrt, dass zwischen der Geburtenhäufigkeit und der Säuglingssterblichkeit ein bestimmter Zusammenhang besteht. Der geringeren Geburtenhäufigkeit bei den Juden entspricht auch eine niedrigere Säuglingssterblichkeit. Ebenso ist bei Christen und Juden dem Geburtenrückgang eine Abnahme der Säuglingssterblichkeit gefolgt, und zwar entsprechend dem stärkeren Geburtenrückgang bei den Juden auch eine grössere Abnahme der Säuglingssterblichkeit. Der Parallelismus geht soweit, dass die Christen, deren Geburtenhäufigkeit heute ungefähr so gross ist wie die der Juden vor 30 Jahren, heute auch eine ebenso grosse Säuglingssterblichkeit haben wie die Juden der damaligen Zeit. j Nach den Materialien des Herrn Regierungsrat K n ö p f e 1, Darmstadt. 23. Die Gliederung der Bevölkerung Amsterdams nach Konfessionsgruppen in den Jahren 1796—1899. (68X42 cm.) Ausgestellt vom Bureau van Statistiek, Amsterdam. Diese Tafel gibt die Anzahl der zu den verschiedenen Konfessionsgruppen gehörenden Personen in der Berechnung auf je 1000 der Gesamtbevölkerung in den 12 Zählungsjahren seit 1796 an. In dieser Tafel ist vor allem das Verhältnis der jüdischen zu der nichtjüdischen Bevölkerung, das sich über 100 Jahre zurückverfolgen lässt, von Interesse, zumal die Amsterdamer Statistik eines der wenigen Quellenwerke ist, welche für das Studium der verschiedenen demographischen Verhältnisse beider Bevölkerungsgruppen wertvolles Material liefert. Trotz des geringen Geburtenüberschusses der Juden hat sich deren Prozentanteil an der Gesamtbevölkerung in dem langen Zeitraum nicht verändert {1796 : 11,7 °/«, 1899:11,6%), so dass auf eine grössere Zuwanderung von Juden geschlossen werden kann. 22. Die Berufsgliederung der jüdischen und der nicht-jüdischen Bevölkerung Amsterdams* (68X42 cm.) Ausgestellt vom Bureau van Statistiek, Amsterdam. Diese Tafel gibt an, wieviel von je 10000 jüdischen und 10 000 nicht-jüdischen Personen zu einer gewissen Berufsgruppe gehören. Für die Nicht-Juden ist die Zählung am 31. Dezember 1899, für die jüdische Bevölkerung diejenige am L Mai 1906 zugrunde gelegt. Diese Tafel bildet eine wertvolle Ergänzung der gleichartigen Auszählung der Säuglingssterblichkeit und der Sterblichkeit nach Todesursachen in Amsterdam. Man sieht daraus, dass zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung, die etwas mehr als 10 % der Gesamtbevölkerung dieser Stadt ausmacht, der Diamantindustrie und dem Handelsgewerbe angehören, woraus sich selbstverständlich grössere soziale Unterschiede zwischen beiden Bevölkerungsgruppen ergeben müssen, die nicht ohne Einfluss auf die Sterblichkeitsverhältnisse sein können. 150. Die Häufigkeit der einzelnen Todesursachen der jüdischen und nicht-jüdischen Bevölkerung Amsterdams in den Jahren 1907—1909. {60X88 cm.) Ausgestellt vom Bureau van Statistiek, Amsterdam. Prozentsatz der verschiedenen Todesursachen (nach der kleinen internationalen Liste) auf alle Sterbefälle der jüdischen und nicht-jüdischen Bevölkerung. Aus dieser Darstellung sieht man, dass bei den Juden der Prozentsatz der Sterbe-