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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. Seite 67

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
Stand der jüdischen Bevölkerung in Deutschland auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910
Date
1912-05-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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— 67 — haltsame Abnahme der Geburten von 1872 \ bis 1910. 1872 betrug die Zahl der Geburten 56 437, i. J. 1910 nurmehr 49 432. Die Sterblichkeit hat sich, seitdem die Abwanderung nachgelassen hat, etwa seit 1885, gebessert. Würde die Sterblichkeit heute noch die gleiche sein, wie in den 70er Jahren, so würde infolge der verminderten Geburtenziffer Eisass - Lothringen einen natürlichen Bevölkerungszuwachs nicht mehr zu verzeichnen haben. In den Jahren 1906/10 betrug er durchschnittlich 17 715 Personen, Die Grösse der Ein- und Auswanderung ist statistisch nicht erfassbar; Rechnet man i zu dem bei der Zählung vom Jahre 1871 vorhandenen Menschenbestande die im Zeitraum 1871 bis 1910 mehr Geborenen als Gestorbenen hinzu, so würde sich für 1910 eine Bevölkerung von 2 091 870 ergeben. In Wirklichkeit wurden gezählt 1 874 014. Mithin ergibt sich ein Fehlbetrag von 217 856 Personen, die das Land durch Wanderungen verloren hat. Mit Recht bemerkt die amtliche Quelle, dass die Auswanderung aus Elsass-Lothringen sich auf weit höher stellt, als rechnungsmässig festgestellt werde, denn um die Gesamtzahl der Ausgewanderten zu erhalten, wäre die Zahl alier im Zeitraum 1871 bis 1910 in das Land Eingewanderten dem Wanderungsverluste zuzuzählen. Es betrug der rechnungsmässige Wanderungsverlust der Zivilbevölkerung in den einzelnen Jahrfünften; 1871— -75 70 970 1875- -80 35 835 1880- -85 59 312 1885- -90 37 991 1890- -95 34 534 1895- -1900 2 656 1900- -1905 + 3 954 1905- -1910 30 295 1871— -1910 267 639 Wenden wir uns nunmehr der jüdischen Bevölkerung zu. Ueber ihre zahlenmässige Entwicklung im Vergleich zu jener der anderen Konfessionen gibt folgende Tabelle Aufschluss: Bezirke j 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1905 1910 abs Abnahme 1S71-1910 Prozentuale Abnahme 1871-1910 Unter-Elsass...... 20189 19695 19848 18891 17810 16765 16033 15779 4410 21,8 12103 11254 11313 10543 9760 9266 8314 7689 4414 36,5 8646 8053 8117 7442 7075 6828 6972 7015 1631 18,8 Jeder der drei Bezirke hat erhebliche Verluste aufzuweisen. Unter - Eisass hat ein Fünftel seiner jüdischen Bevölkerung verloren. Lothringen etwas weniger als ±!o1 und Ober-Elsass mehr als Vs, Dass auch bei der Gesamtbevölkerung die Entwicklung in analoger Weise vor sich gegangen war, erhellt daraus, dass Lothringen in dem Zeitraum 1870/1910 am stärksten zugenommen hat, nämlich um 34 Prozent, am wenigsten Ober - Eisass, nämlich um 13 Prozent. Für die drei Volkszählungen 1895, 1905 und 1910 kennen wir auch die Zahl der Juden in den einzelnen Kantonen. Am stärksten ist im Jahre 1910 der Anteil der Juden im Kanton Strassburg- | Stadt (3,23), am schwächsten in Dieden- | hofen-West. Ueber dem Durchschnitt von | 1,62 Proz. ist der Anteil in Strassburgi Land, Erstein, Hagenau, Molsheim, Schlett- | stadt, Weissenburg, Zabern, also in samt-; liehen Kantonen von Unter-Elsass; in Ober-; Eisass gehören hieher nur Colmar und | Mühlhausen, in Lothringen Metz - Stadt. | Lothringen ist überhaupt am schwächsten | mit Juden bevölkert. Gegen 1895 hat in! allen Kantonen mit Ausnahme von Strass- : burg-Stadt, Metz-Stadt und Diedenhofen, die eine kleine Steigerung des prozentualen Anteils der jüdischen Bevölkerung aufzuweisen haben, ein Rückgang der Prozent-; ziffer stattgefunden. Was die Zubezw. : Abnahme der Juden in den einzenen Kan-

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