Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- Der Anteil der Juden in Deutschland an dem Beamtenstande und den freien Berufen
- Date
- 1912-04-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
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Sehulkinderzahl fast 5 von 100 des gesamten Besuches der öffentlichen, mittleren und höheren Mädchenschulen ausmacht. In Bayern entspricht die Zahl der jüdischen Schüler in den Werktagsschulen auch der Zahl der jüdischen Lehrer. Es betrug der Prozentsatz der jüdischen Schüler 1906/7 0.5. der der jüdischen Lehrer 0,6. Was nun die Zahl und Anstellung der jüdischen Lehrkräfte in Preußen an den höheren Lehranstalten anlangt, so ist zunächst auf die Tatsache hinzuweisen, daß es in Preußen keinen einzigen jüdischen Schuldirektor gibt — die beiden jüdischen höheren Schulen in Frankfurt a. M. kommen nicht in Frage. Die Zahl der angestellten jüdischen Oberlehrer in Preußen betrug 1909 96 1,15 Prozent der Lehrer überhaupt, im Jahre 1904 war der Prozentsatz noch 1,24. Es gibt in Preußen 53 jüdische Professoren und 43 jüdische Oberlehrer. Ganz abgesehen davon, daß der Prozentsatz der jüdischen Oberlehrer in Preußen im Vergleich zur jüdischen Schülermasse an den höheren Lehranstalten lächerlich gering ist — der Anteil der jüdischen Schüler betrug im Wintersemester 1906/7 in den Gymnasien 6,7 Prozent, Progymnasien 4 Prozent, Realgymnasien 8,4 Prozent, Realprogymnasien 2,8 Prozent, Oberrealsehulen 4,9 Prozent, Realschulen 6,1 Prozent —, tritt ganz offenbar eine Beschränkung der Juden hinsichtlich ihrer Anstellung an königlichen im Vergleich zu städtischen Schulen in die Erscheinung, indem im ganzen nur 11 jüdische Oberlehrer an königlichen Schulen (8 an Gymnasien und 3 an Realgymnasien) angestellt sind; von den übrigen sind 69 an städtischen Schulen und 16 an den beiden jüdischen Schulen in Frankfurt a. M. In Bayern liegen die Verhältnisse bedeutend günstiger. Stellen wir hier den Prozentsatz der jüdischen Schüler und Lehrer im Wintersemester 1906 07 in den höheren Lehranstalten einander gegenüber. Jüdische Pro- Jüdische Pro- Schüler zent Lehrer zent Gymnasien .... 759 4,03 44 3,50 Progymnasien . . . 159 4,77 22 4,95 Lateinschulen . . . 14 2,45 1 0,95 Realgymnasien . . . 119 (),3!) 8 6,01; 561 V* 60 5,28 Industrieschulen . . i 1.69 5 5,90 Handelsschulen . . . 4b8 1(5,08 :>(> 11,85 Präparandenschulen . 102 2,29 15 4,51 Schullehrer-Seminare . HU 1,20 <s 1,615 Musikschulen . . . K35 S,62 1 l.&S Höh e r eTö ch t e r s ch u! en 106 — 56 2,56 Frauenarbeit-Schule . 178 4,21 1 0,44 Zum Schluß noch eine Tabelle (Seite 60), welche über die Zahl der jüdischen Hochs c h ull eh r e r mit Unterscheidung der < Ordinarien .auüerofdentli ch enP rofe ssoren,! 1 o i i o ra r - Professoren und Privatdozenten für die Jahre 1874/75, 1889/90 und 1909 10 Aufschluß gibt. Wir enthalten uns jeglichen Kommentars und begnügen uns mit der Feststellung des Tatsächlichen, da gleichzeitig vom „Verbände der Deutschen Juden;: eine ausführliche Denkschrift erscheint, welche die Stellung der jüdischen Hochschullehrer beleuchtet. — Von den weiteren Berufsarten seien noch hervorgehoben die Gesundheitspflege und der Krankendienst. Sie gibt über die Zahl und den Anteil der jüdischen Aerzte inDeutschand Aufschluß, im Jahre 1907 waren von 100 Aerzten 6 Juden gegenüber 5 im Jahre 1895. Es ist also die Zahl der jüdischen Aerzte etwas stärker gewachsen als die Gesamtzahl derselben. Auch hier läßt sich dasselbe sagen, was wir oben bezüglich der Anwälte sagten. Die Zahl der Aerzte ist an sich nicht zu groß, sondern nur ihre Örtliche Verteilung unzweckmäßig, und es läge im Interesse des Judentums, wenn junge jüdische Aerzte sich entschließen könnten, aufs Land hinauszugehen und dort eine Stütze der jüdischen Bevölkerung zu werden. Das Anwachsen des Verwaltungspersonals in Krankenanstalten sowohl bei der Gesamtbevölkerung als bei den Juden hängt mit der Errichtung großer Krankenhäuser zusammen. — Was endlich die starke Beteiligung der Juden unter den Privatgelehrten und Journalisten anlangt, die im Steigen be-