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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-03-01 · Heft 3 (März 1912) · p. Seite 47

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 3 (März 1912)
Article
Neomalthusianismus und Judenfrage
Date
1912-03-01
Page
Seite 47 (sequence 5)
Language
German
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— 47 — 9teht, möchte ich hiezu folgendes bemerken. I Was zunächst den Wanderungsverlast der i preußischen Juden in den 80 er Jahren bis \ Mitte der 90er Jahre anlangt, so scheinen i mir die von Ruppin berechneten Zahlen zu | niedrig zu sein, da er den Verlust durch Taufen j und Austritte während der in Betracht kommen den Jahrfünfte entschieden zu hoch angibt — es sind beispielsweise in Berlin vom Jahre 1881 bis 85 nicht mehr als 45 Personen aus dem Judentum ausgetreten. — Ferner hat er das Jahrfünft 1880 bis 85 gänzlich unberücksichtigt gelassen, und gerade in diesem Zeiträume war die Abwanderung sehr groß, nach meinen Berechnungen ca. 17 000. Im ganzen mögen annähernd 30000 Juden abgewandert sein. (Auf S. 491 der Zeitschrift im „Deutschen Reich" sind irrtümlicherweise 40000 angegeben.) Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß der zu Anfang der 80er Jahre in Preußen plötzlich einsetzende Geburtenrückgang mit der gleichzeitig stattfindenden Abwanderung im Zusammenhang steht. Für Bavern habe ich, wie Wassermann oben bemerkt, den Zusammenhang beider Erscheinungen erwiesen. Für Preußen suche ich den Nachweis im Kapitel 1 meiner neuen Schrift: ..Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland" zu erbringen. Der zweite scheinbare Widerspruch besteht in folgendem. Ich habe nicht etwa die Behauptung aufgestellt, es ließe sich gegenwärtig nichts Definitives über das jüdische Bevölkerungsproblem in Deutschland sagen, vielmehr nur darauf aufmerksam gemacht, daß man gegenwärtig* noch nicht in der Lage ist, über die Fruchtbarkeit der deutsehen Juden zuverlässig Aufschluß zu geben und daß man Momente rein tatsächlicher Art wie eben die Wanderbewegung — sowohl die überseeische wie die binnenländische — mit zur Erklärung des Geburtenrückgangs heranziehen muß, da man m. E. dem deutschen Judentum unrecht tut. wenn man es in allen seinen Schichten für von der Idee des Neomalthusiauismus durchsetzt hält. Dr. SeffalL Statistisches Archiv. Rnteil der Juden in Berlin an städtischen Wohltätigkeitsanstaiten. 1. Waisenpflege. Der Bestand an Waisen- Kindern in städtischen Waisenanstalten und in der Familienpflege betrug am 1. April 1911 4487 Knaben und 3812 Mädchen, zusammen 8299 Kinder. Hiervon waren 3915 ehelich und 43G2 unehelich. Die Zahl der jüdischen Waisenkinder betrug 98 1,2 Prozent der Gesamtzahl darunter 48 ehelich und 50 unehelich. Es wurden vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 4320 Kinder neu aufgenommen, darunter 2276 eheliche und 2039 uneheliche. Unter den Aufgenommenen waren 49 Juden, von denen 26 eheffch und 23 unehelich waren. Mit dem Waisenhaus steht in Verbindung das Kinderasyl der Schrnidt- G a 11 isc h-Stiftung, in welchem vom 1. April 1909 bis 31. März 1910 117 Kinder (18 ehelich, 85 unehelich, 14 ohne Angabe der Legstimtät) Aufnahme fanden, darunter 2 Juden, und zwar ein eheliches und ein uneheliches Kind. 2. Fürsorgeerziehung. Die Gesamtzahl der försorgezöglinge am 31. März 1911 betrug 3429, darunter 40 Juden, die sich folgendermaßen nach Alter, Geschlecht und Legitimität verteilten: ■ ■ ■.....~ ehelich unehelich Airer männl. weibl. männl. welbl. t) Jahre 1 11 „ 1 2 — 12 M 1 1 — — 13 „ 1 — — — 14 „ 1 — — — 15 „ 1 2 — 10 V) 1 — — 17 w 3 3 1 1 18 r> 1 1 — 2 19 <> 3 _ 20 - 2 1 1 1 Zusammen 19 14 2 5 hiervon schulpflichtig <5—14 3 3 — 1 nichtmehrschuipfl.14 20 10 11 2 4 3. Erziehungsanstalt der Stadt Berlin (Erziehungsanstalt in Lichtenberg)

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