Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- Zur Krankheitsstatistik der Juden
- Date
- 1912-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
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— 25 — Familien. Auch der Alkohol hat sich schon bei den Juden bemerkbar gemacht, die nicht rasch genug die Unsitten ihrer Nachbarn annehmen konnten. Er hat alle seine traurigen Erscheinungen mitgebracht, und auch die Tuberkulosesterblichkeit steigt neuerdings. Wir wollen deshalb unsere Statistik einmal etwas auf das jüdische Milieu hin revidieren. Unter den Krankheiten muß da zuerst die sc häufige paralytische Gehirnerweichung ausfallen, die nach den neuesten Ergebnissen nur eine Folge der Syphilis ist und als auslösendes Moment geistige Arbeit im Kampfe ums Dasein fordert, also den jüdischen Syphi-; litiker sehr häufig befallen muß. Aller Alkoholismus kommt nächst dem nicht in Betracht, also ein gewisser Abzug an Infektionskrankheiten ist zu machen, ebenso fallen alle Fälle alkoholischer Geistesstörung fort, die ja noch sehr selten sind. Alle Geschlechtskrankheiten kommen in Wegfall: ein Teil der Fälle von Nervosität, z. B. der infolge des : ehelichen Verkehrs, scheiden aus. Auch verschiedene Geistesstörungen, soweit sie; nicht durch das Alter bedingt sind, können wenigstens sehr lange bei eingehaltener , Sabbatruhe und guter Pflege hinausgeschoben I werden. Als letzte und vielleicht traurigste \ Erscheinung ist aber der Selbstmord, dessen I erschreckende Häufigkeit bei den meist gebildeten und geweckten Juden in neuerer Die jüdische Bevölkerung Galiziens Von Dr. Max Ros Die Ergebnisse der letzten Volkszählung in Galizien, welche noch immer auf Grund des veralteten Gesetzes vom 29. März 1869 veranstaltet wird, sind in der letztens erschienenen Publikation des gali zischen statistischen Landesbureaus (Band XXIV, Heft 1 der Statistischen Mitteilungen dieses Bureaus) von Dr. Stanislaus Kaszuka und D r. Martin X a d o b u c h zusammengestellt worden. — Die absolute Zahl der jüdischen Bevölkerung und ihr Verhältnis zu den anderen Konfessionen des Landes geben folgende Ziffern an: Zeit noch im Steigen begriffen ist, dessen Ziffer im jüdischen Milieu bis auf ein Minimum sinken muß; denn wer nicht gerade geisteskrank ist. den wird die doppelte Rücksicht auf Religion und liebende Familie stets vor dem Aeußersten bewahren. Das wären die Hauptmomente, deren Ausschaltung unseren statistischen Zahlen wahrscheinlich ein noch ganz anderes günstiges Aussehen geben würde, als wir es so sehen. Wie weit das jüdische Milieu auf die inneren Krankheiten wirkt, ist uns noch unbekannt, unsicher sind die Ergebnisse bezüglich der Frauenkrankheiten : daß aber die so schon hohe Altersgrenze durch eine Ehe aller Juden und zwar eine frühe Ehe noch weiter hinausgeschoben werden könnte, lehrt jede Statistik und auch die einfache Ueberlegung, die ein in allen Funktionen geregeltes Leben für gesunder ansehen muß als das entweder unregelmäßige oder kahle der unverheirateten Person. Da nach einer Statistik auf hundert Mädchen bei den Juden hundertundsechs Knaben entfallen, so ist für die Mädchen die Chance recht günstig, einen Mann zu bekommen. Die Zeiten müßten sich nur so ändern, daß die Möglichkeit der Eheschließung viel früher geboten werden könnte, und eins unserer schwierigsten Probleme wäre seiner Lösung bedeutend näher gerückt. der letzten Volkszählung von 1910. e n f e 1 d , Drohobycz. Konfession Absolut In Proz. Römisch-Katholische 3735145 46.52 Griechisch-Katholische 3378451 42,08 Armenisch' 1392 0,02 Griechisch-Orientalische 2816 0,04 Evangelische 37292 0,46 Jüdische 8721)75 10,87 andere Konfessionen 99« 0,01 Konfessionslose 318 0,00 Zusammen 8029387 100,00 Für die einzelnen Teile Galiziens (West- und Ostgalizien) sind die Verhältniszahlen verschieden. Bekanntlich ist Ostgalizien der Ort der jüdischen Massensiedlung, während Westgalizien einen geringeren Prozentsatz der Juden aufweist.