Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Die Bewegung der nichtorthodoxen Bevölkerung in Serbien während der Jahre 1896 - 1905
- Date
- 1908-09-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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Die große Zunahme der Protestanten ist auf Einwanderung zurückzuführen; die der Katholiken ist klein, weil diese oft ihr Domizil wechseln und ein großer Teil von ihnen zur orthodoxen Kirche übertritt1); auch die Zunahme der Mohamedaner beruht auf Immigration, während sie bei den Juden nur dem Geburtenüberschuß zuzuschreiben ist, da die Juden weder einnoch auswandern. Über die Zahl der Eheschließungen der nichtorthodoxen Bevölkerung von 1896 bis 1905 gibt Tabelle I Auskunft. Tabelle 1. Jahr Nichtorthodoxe Bevölkerung Ehes c tu o j= -4-» KS isC o Protestant ~ o - r—i n Israeliten =j CD n bei c «1 r* C S-S S 4) E den O «9 J= => t3 N u. s «= £ g sl Eheschließung, auf 1000 Einwohn. 1896 31 201 41 13 34 88 176 5,64 1897 31 475 47 4 16 85 152 4,83 1898 31 849 33 4 38 71 146 4,58 1899 32 022 36 12 39 86 173 5,40 1900 32 296 86 13 122 169 390 12,08 1901 32 562 45 2 32 72 151 4,64 1902 32 787 33 6 40 115 194 5,92 1903 33 003 42 8 39 116 205 6,21 1904 33 248 39 7 34 167 247 7,43 1905 33 440 39 8 37 90 174 5,20 Durchschnitt 32 388 44 8 43 106 201 6,21 Tabelle IL Die relative Zahl der Heiraten war am größten im Jahre 1900, am kleinsten im Jahre 1898. Es entfielen auf je 1000 Einwohnern 4,22 katholische Eheschließungen, 5,72 protestantische w 7,51 israeliticche „ und 7,19 mohamedanische .. Damit kommen die Israeliten und Mohamedaner der Eheschließungszahl der Orthodoxen am nächsten. In der Periode 1896—1905 heirateten durchschnittlich jährlich (Tabelle II) Die meisten heiratenden Junggesellen befanden sich also bei den Israeliten, die wenigsten bei den Prostestanten; die meisten heiratenden Witwer oder geschiedenen Männer bei den Protestanten, die wenigsten bei den Israeliten. Ebenso verhält es sich mit den heiratenden. Jüdinnen; der Prozentsatz der *) In der Zeit von 1896-1905 traten 2822 Seelen zur Orthodoxie über, und zwar von den Orthodoxen 1810, Protestanten 160, Israeliten 61, Moharnedanern 791. Männer Frauen bei den junggesellen Witwer u. Geschied. Jung* frauen Witwen u. Geschied. absolut i relativ absolut relativ absolut relativ absolut relativ Katholiken Protestanten Israeliten Moharnedanern 38 6 38 81 86,37 75- 88,37 76,42 6 2 5 25 13,63 25- 11,63 23,58 38,86,37 7 87,50 41! 95,35 8378,30 6 1 2 23 13,63 12,50 4,65 21,70 zusammen |163|81,091| 38 [18,91|169|84,081| 32 | 15,92 heiratenden Jungfrauen ist bei ihnen am größten, der der heiratenden Witwen oder geschiedenen Frauen am kleinsten. Wenn man den Prozentsatz der heiratenden Männer mit dem der Frauen vergleicht, findet man, daß auf 100 Junggesellen, bezw. Witwer und Geschiedene entfallen bei den Katholiken . . Protestanten . Israeliten Moharnedanern Jungfrauen Witwen u. Geschiedene . 166 100 . 117 50 . 108 40 . 102 92 zusammen 103 84 Daraus geht hervor, daß sich mehr Jungfrauen als Junggesellen, aber mehr Witwer und geschiedene Männer als Witwen und geschiedene Frauen verehelichen. Bezüglich des Alters der Eheschließenden ist in der Zeit von 1896—1905 nur festgestellt worden, ob sie gleichaltrig waren oder nicht. Die Daten darüber ergeben sich aus Tabelle III. Tabelle III. Durchschnittszahl d. Eheschließungen nach dem Alter Prozent der Eheschließungen nach dem Alter Religion Braut und Bräutigam gleich alt der Bräutigam älter die Braut älter Braut und Bräutigam gleich alt der Bräutigam älter die Braut älter Katholisch Protestantisch Israelitisch Mohamedan. 2 1 2 21 33 6 40 71 44 8 43 106 4,55 12,50 4,65 19,81 75- 75- 93,02 66,98 20,45 12,50 2,33 13,21 zusammen 1 26 150 201 12594 74,62 12,44 Die größte Prozentzahl der in demselben Alter stehenden Eheschließenden haben demnach die Mohamedaner und Protestanten auf-