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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-08-01 · Heft 8 (August 1908) · p. Seite 125

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 8 (August 1908)
Article
Zur Einwanderungsstatistik der Vereinigten Staaten
Date
1908-08-01
Page
Seite 125 (sequence 1)
Language
German
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— 125 — Zur Einwanderungsstatistik der Vereinigten Staaten. Von Dr. Ar t h u r Mein Artikel im März-Heft dieser Zeit-! schrift über die Einwanderung von Juden in die Vereinigten Staaten im Jahre 1906/07 gibt Herrn Philip Cowen, einem der leitenden Beamten in der amerikanischen Einwanderer. Station auf Ellis Island, zu einer Richtigstellung in der Zeitung „The American Hebrew" Anlaß. In meinem Artikel war gesagt, daß in der amerikanischen Einwandererstatistik nur diejenigen Einwanderer als Juden (Hebrew) gezählt werden, welche das „Jüdische" als Muttersprache sprechen, während Israeliten mit deutscher, französischer, englischer usw. Muttersprache als Deutsche, Franzosen, Engländer usw. zur Anschreibung kommen. Demgegenüber erklärt Herr Cowen: „Für die Ein. Wanderungsbehörde ist nicht die Sprache.^ welche der Einwanderer spricht, das maßgebende, sondern seine Rasse und Nationalität" (wörtlich: it is the racial und nationalaffiliations that count); „der russische Jude ebenso wie der österreichische und der englische Jude werden ihrer Rasse nach zu den Juden, ihrer Nationalität nach aber zu demjenigen politischen Staate, zu dem sie gehören, gerechnet; gena/u so wie es bei dem russischen Deutschen, dem ungarischen Rumänen, dem österreichischen Polen usw. der Fall ist. Ebenso wird der karaitische Jude, der allge mein das „Jüdische" als Sprache verachtet, als russischer Jude rubriziert." Ich muß zunächst bemerken, daß man bei dem russischen Deutschen (gemeint sind natürlich die Deutschen in Rußland,) dem ungarischen Rumänen und dem österreichischen Polen überhaupt nicht Rasse und Nationalität, sondern nur Nationalität und Staatsangehörigkeit unterscheiden kann. Der Deutsche in Rußland ist nicht seiner Rasse nach Deutscher und seiner Nationalität nach Russe, sondern er ist seiner Nationalität nach Deutscher und seiner Saatsangehörigkeit nach Russe. Ruppin in Jaffa. Abgesehen hiervon, entnehme ich der autoritativer Stelle kommenden Erklärung gern, daß nicht der Gebrauch des „Jüdischen" als Umgangssprache für die Rubrizierung als Hebrew entscheidend ist. Ich vermisse aber in der Erklärung die positive Angabe, welches andere Merkmal denn nun maßgebend ist. Das Religionsbekenntnis scheint es nicht zu sein; denn dann würde Herr Cowen es wohl angegeben haben, und außerdem sind bekanntlich die Bekenner der jüdischen Religion mit den Angehörigen der jüdischen Rasse durchaus nicht identisch. Sollte die Einwanderungsbehörde etwa bei jedem einzelnen Einwanderer aus dem Inbegriff seiner Muttersprache, seiner Religion und seinem Physiognomie entscheiden, ob er der jüdischen Rasse angehört? Ein solches Verfahren wäre denkbar, aber zugleich sehr angreifbar. In jedem Falle wäre eine Aufklärung über die Grundsätze, nach welchen die Klassifizierung der Einwanderer nach „Rassen" erfolgt, notwendig. Ich hatte in meinem Artikel weiter gesagt, daß die 7032 Hebrews, die im Jahre 1906/07 aus Großbritannien in die Vereinigten Staaten einwanderten, keine eingeborenen Engländer seien, sondern Juden aus Osteuropa, die sich vor ihrer Einwanderung in die Vereinigten Staaten eine Zeit lang in Großbritannien aufgehalten haben. Demgegenüber bemerkte Herr Cowen: „Es gibt eine starke Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Juden, die viele Jahre in London, Liverpool, Leeds und Manchester gelebt haben. Die jüngere Generation dieser Juden spricht nicht Jüdisch, versteht es kaum noch, da sie von ihren Eltern angehalten werden, ausschließlich Englisch zu sprechen." Es ist richtig, daß das Englische als Umgangssprache unter den aus Osteuropa nach England eingewanderten Juden, insbesondere unter der jüngeren Generation, das Jüdische mehr und mehr verdrängt. Aber dadurch wird unsere Bemerkung nicht unrichtig; denn wir wollten mit ihr nur zum

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