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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-06-01 · Heft 6 (Juni 1908) · p. Seite 91

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 6 (Juni 1908)
Article
Jüdisch-Statistisches
Date
1908-06-01
Page
Seite 91 (sequence 2)
Language
German
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— 91 II. Uber Lebensversicherung. Bekanntlich ist die Absterbeordnung der Juden eine günstigere als die der übrigen Bevölkerung. So betrug z. B. die durchschnittliche Lebensdauer nach.Neufville1)1 in Frankfurt a. M. bei den Christen 36 Jahre 11 Monate, „ „ Juden 48 „ 9 „; ferner erreichten in Berlin nach der Volkszählung von 18952) Juden Christen das 50. Lebensjahr 15,7 % 12,8 % „ 60. „ 7,2 „ 5,5 „ „ 70. „ 2,6 w 1,8 „ }) zitiert nach Singer, 1. c. ^j^R^^Bjj«. Die sozialen Verhältnisse der Jud^TlffTPr^^en. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. 1902. Die Höhe der für eine Lebensversicherung notwendigen Einzahlungen, der Prämien, richtet sich natürlich nach der Äbsterbeordnung. Je höher die wahrscheinliche Lebensdauer eines Kandidaten, desto geringer natürlich das JRisiko der Gesellschaft und desto kleiner die Prämie. Ich halte nun den Gedanken für prüfenswert, der geringeren Sterblichkeit und höheren wahrscheinlichen Lebensdauer entsprechend, für jüdische Versicherungen bei den bestehenden Gesellschaften niedrigere Prämien zu erwirken oder aber eine eigene Gesellschaft zu gründen. Selbstverständlich möchte ich in dieser statistischen Zeitschrift nur eine Prüfung der Frage nach mathematischen Gesichtspunkten anregen, eine etwaige Behandlung nach andern Richtungen, z. B« nach der Opportunität, aber andere Orten überlassen. Statistisches Archiv, Berlin, Zur Krankhdfs-, insbesondere Jrrensfofisfik der Juden in Berlin. (Statistisches Jahrbuch derStadt Berlin, 30. Jahrgang, 1907). Unter den in Berlin im Jahre 1905 gestorbenen 34 451 Personen befanden sich 1310 Juden (=3,8%). Im Ganzen starben: an Lungenschwindsucht 4302 12,48 % der Gestorbenen, » Krebs 2095 6 % „ Darm- und Magenkrankheiten im 1. Lebensjahre 4095 11,8 % der Gestorbenen. Von den Juden starben: an Lungenschwindsucht 97 7,4 % der gestorb. Juden, » Krcbs 113=8,6% „ ,, Darm- und Magenkrankheiten im 1. Lebensjahre 42 3,2% der gestorb. Juden. Hiernach war bei den Juden die Kindersterblichkeit ganz erheblich geringer als bei der Gesamtbevölkerung. Auch bezüglich der Lungenschwindsucht stehen die Juden recht günstig da. Dagegen ist bei ihnen der Krebs als Todesursache etwas häufiger gewesen als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Für die Verbreitung der Geisteskrankheiten unter den Juden sind folgende Angaben von Bedeutung: Im Jahre 1905/06 wurden in die Irrenanstalt Dalldorf aufgenommen: im Ganzen darunterjuden m. w. m. w. 77 85 3 5 136 78 8 1 Einfache chronisch Geistes' 338 302 18 17 Idioten (Imbecüle) . . . 190 111 14 4 Epileptische (Hysterische) 38 14 1 — 540 15 4 — Zusammen...... 1419 604 48 27 -3,3% =4,4% In der Idiotenanstalt zu Dalldorf betrug der Bestand und Zugang im Jahre 1904/05: 182 Knaben und 74 Mädchen „ „ 1905/06: 190 „ * 67 Darunter waren jüdisch im Jahre 1904/5: 9 Knaben und 2 Mädchen „ „ 1905/6: 12 „ „ 1 überhaupt darunter Juden mann!. weibl. mann!, j weib!. im Jahre 1903/04 . . im Jahre 1904/05 . . im Jahre 1905/06 . . 1654 1807 2118 457 439 536 31 33 38 14 11 9

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