Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-06-01 · Heft 6 (Juni 1908) · p. Seite 88

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 6 (Juni 1908)
Article
Zur Statistik der Ehescheidungen in Berlin
Date
1908-06-01
Page
Seite 88 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2650397-3187703-3187710-3191868--1694-3191916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 88 — der Ehe f r a u ausgegangen ist. So weit von beiden Teilen eine Ladung erfolgt ist, ist hier nur die erste Ladung berücksichtigt; übrigens hat in allen hier in Betracht kommenden 4 Fällen zuerst die Frau den Sühnetermin beantragt. Hiernach läßt sieh zweifelsfrei sagen, daß bei den Juden die Ehescheidung viel häufiger von der Frau als vom Manne begehrt wird; die sich hier ergebende Verhältniszahl ist 60 % : 40 %. Ob dies eine Besonderheit oder eine auch bei den Angehörigen der anderen Konfessionen zu bemerkende Erscheinung ist, ist mir nicht bekannt, da meines Wissens eine diesbezügliche allgemeine Statistik bisher nicht existiert. Sollte es sich aber herausstellen, daß wir es hier mit einem Charakteristikum der jüdischen Frauen zu tun haben, so wäre es lohnend, den Ursachen dieser Erscheinung, welche ja recht mannigfaltig sein können, nachzugehen. — Von den 83 Ehemännern hatten ihren Wohnsitz in Berlin......67 in Friedenau . . . . 2 „ Charlottenburg 7 „ Wilmersdorf. . ♦ 2 „ Schöneberg. , , 4 „ Rixdorf.....1. Wie groß die Zahl der Mischehen ist, bezüglich deren Sühnetermin anberaumt wurde, läßt sich leider nicht mit Sicherheit feststellen. In 7 Fällen findet sich in den Benachrichtigungen eine positive Angabe darüber, daß ein Ehegatte jüdisch, der andere aber christlich ist; dazu dürften noch eine Reihe anderer Fälle kommen, in denen eine ausdrückliche Angabe über die Konfession beider Ehegatten fehlt. Aus den Namen der betreffenden Ehegatten zu schließen, kann es sich hier noch um etwa 12—15 weitere Mischehen handeln, deren Scheidung eingeleitet wurde. Wenn ihre genaue Zahl auch nicht feststeht, so ergibt sich jedenfalls die auch sonst durch die Statistik festgestellte Tatsache, daß die Mischehen zwischen Juden und Christen verhältnismäßig häufiger Gegenstand der Ehescheidung sind als die rein jüdischen Ehen. Die Joden in Von Dr. phil. Artur Ruppin Über die Juden in Bulgarien bringt eine Veröffentlichung der Direction de la Statistique des Fürstentums Bulgarien: „La population en Bulgarie" Sophia 1907 wertvolle Angaben. Die Zahl der Juden betrug: im Jahre männl. weibl. zusam. in % d. Ges.'Bev. 1887 12083 12269 24352 0,77 1892 14038 14269 28307 0,86 1900 16607 17056 33663 0,90 Die Juden haben sich hiernach in der Zeit von 1887 bis 1900 stärker als die übrige Bevölkerung vermehrt; sie stehen im Jahre 1900 unter den im Fürstentum vertretenen Konfessionen der Zahl nach an dritter Stelle Es zählten nämlich: [Bulgarien. , Rechtsanwalt, z. Zt. in Jaffa, die Grriechisch- Orthodoxen 3019199 80,66 % d. Ges.-Bev. die Mohamed. 643300 17,18 % „ „ „ „ Juden 33663 0,90 % ,, „ „ „ Katholiken 28569 0,76 %,, „ „ „ arm. Gregcrian. 13809 - 0,37 % „ „ „ Protestanten 4524 0,12 % „ „ „ „ And, u. Unbekannt 419 0,01 % „ „ „ 3744283 100,00 % Dem Geschlechte nach waren männlich: bei den Griechisch-Orthodoxen 50,97 „ „ Mohamedanern 51,09 „ „ Juden 49,33 „ „ Katholiken 50,10 „ „ armen. Gregorianern 58,01 „ „ Protestanten 52,21

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.