Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Date
- 1908-06-01
- Page
- None (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sie verstehen wohl schon, — Verehrter Herr Cohn, — Ihre Religion! Sehn Sie ich habe es auch getan, —' Und seitdem heisse ich Cahn." Und dann sagte er mit lächelndem Ton: „Früher hiess ich nämlich Cohn." Da sagte Herr Cohn: „Aber lieber Herr Cahn, Das war ja schon längst mein Plan!" Und darm machte auch er ein lächelndes Gesicht Und sagte: „Das Christentum glaube ich ja nicht, Aber es gehört nun mal zum guten Ton." Da sagte Herr Cahn: „Ganz recht, Herr Cohn."— Nun tat er die einzig vernünftigen Schritte Und richtete an den Minister die Bitte, Er möchte doch so freundlich sein, Ihn von dem Namen „Cohn" zu befrein, Weü der ihm wirklich lästig sei. Den Taufschein füge er ergebenst bei, Denn er sei leider als Jude geboren. Als Taufnamen habe er sich „Christian" erkoren. Und Kxcellenz müssten selber gestehn: „Christian Cohn," das klinge nicht schön. Er wäre ja schon wirklich froh, Bekäme er nur ein „a" für das „o". Er bäte um den Namen „Gähn*. —- Aber, das hat der Minister nicht getan. ür sagte glattweg „nein". Das war doch gemein!! .—---— — — — — Und sie bekamen jedes Jahr ein Kindlein geschenkt Man hielt die Kleinen lieb und wert. Der älteste Knabe hiess Dagobert. Das Mädchen wurde Thusnelda genannt, Und der zweite Junge Hildebrand. Beim dritten Knaben besann man sich Und nannte ihn schliesslich Theoderich. — -r-.— Deshalb spendeten Herr Cohn und Frau 5000 Mark für einen Kirchenbau. Und davon hatten sie keinen Schaden, Denn sie wurden bei Mirbachs eingeladen, Da ist er Oberregierungsrat geworden Und bekam wieder einen Orden. — — - SB--48vSB