Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Date
- 1908-06-01
- Page
- None (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Textproben. Nun beschloss er, in eine Verbindung zu gehn. — —- — — — — — —'— — — — •— i— — -— Zuerst hat er bei einem Corps angefragt Und das Nötige schriftlich gesagt. Er schrieb den Herrn einen Brief: Er sei ganz konservativ, Und er finde ihre Tendenzen so schön. Auch schwärme er sehr für Chamberlain Und habe grosse Sympathie für die Ras$enmeone. Wenn er auch leider Jude sei, So wäre ja weiter nichts dabei, Weil er innerlich ganz christlich denke —--- Er sei für christlich-germanische Assimilation Und zeichne hochachtungsvoll Samson Cohn. ~ Nun stellte er Sich zum Militär. Es ist ja bekannt, Unser Staat ist tolerant. Er nimmt, wie Ihr wisst, jud' und Christ.; Sogar Leute mit direkt jüdischem Gesicht. Warum auch nicht? Man braucht sich's ja nur mal auszumalen: Die Juden dürfen doch auch Steuern zahlen. Man sieht also, die Gerechtigkeit Geht wirklich rührend weit. Zwar ist der Jud' Höchstens zum Feldwebel gut, Und nur der Christ wird Offizier. Aber was kann der Staat dafür? Die Sehne aus jüdischen Familien Haben eben nicht die nötigen Imponderabilien Als Mensch und Kavalier und als Truppenleiter, — Na und so weiter.--------------- Und, wer das alles nicht kapiert, Ist entweder borniert Oder sehr Revolutionär!------- Da nahm sich Herr Geheimrat Cahn Wieder seiner an Und sagte: „Mein lieber Assessor, Es ist besser, Wenn Sie von der unnützen Last, Die nicht mehr zu Ihnen passt, Von vornherein Sich befrein.-------