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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-05-01 · Heft 5 (Mai 1908) · p. Seite 75

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 5 (Mai 1908)
Article
Die bestehenden Mischehen in Preußen und die konfessionelle Erziehung der Kinder
Date
1908-05-01
Page
Seite 75 (sequence 2)
Language
German
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— 75 — Tabelle I. Es waren von den im Haushalte ihrer Eltern lebenden Kindern bei den Mischehen zwischen jüdisch christlich freireligiös Knab. Mädch. zusam. Knab. Mädch. zusam. Knab. Mädch. zusam jüdischem Mann und evangelischer Frau 373 360 733 1135 1224 2359 24 28 52 » » w katholischer » 87 83 170 323 188 511 2 3 5 V) » „ sonst, christlicher 3 3 n „ freirelig od. dissid. )) 28 31 59 8 12 20 12 8 20 » » „ sonstiger n 4 6 10 5 2 7 - — — evangelischem Mann und jüdischer )) 166 198 364 912 922 1834 17 22 39 katholischem » » » )) 63 70 133 208 224 432 7 3 10 sonst, christlichem „ „ „ w — — — 1 — 1 — — — freirelig. od. dissid. „ n 9 » 44 56- 100 39 26 62 32 35 67 sonstigem » » 11 » 10 12 22 nicht ermittelt nicht ermittelt bei allen Mischehen 775! 816 1591 2631 2598 5229 I 94 102 I 196 aus Mischehen nur 22,67 % jüdisch, während theoretisch zu erwarten gewesen wäre, daß die Hälfte aller Kinder der jüdischen Konfession angehörten. Ein Vergleich mit früheren Volkszählungen ergibt, daß der Prozentsatz derjenigen Kinder aus Mischehen, die jüdisch bleiben, seit 1890 fortdauernd abnimmt; er betrag; 1885 24,78% 1890 25,48 „ 1895 24,47 „ 1900 24,21 „ 1905 22,67 „ Der Rückgang von 1900 bis 1905 ist dem Umstände geschuldet, daß die Kinder aus Mischehen mit jüdischem Manne im Jahre 1900 noch zu 27,67% jüdisch waren, 1905 nur zu 24,61%; bei den Mischehen mit jüdischer Frau ist dagegen sogar eine kleine Erhöhung dieses Prozentsatzes, von 20,08% im Jahre 1900 auf 20,18% im Jahre 1905 zu verzeichnen. Unterscheidet man die Mischehen nach der Konfession des nichtjüdischen Teils, so waren jüdisch von den Kindern aus Mischehen zwischen einem jüdischen und einem evangelischen Ehegatten 20,39 % katholischen „ 24,03 „ freirelig. od. dissid. „ 48,04 „ Am ungünstigsten ist hiernach das Verhältnis für die Juden in den Mischehen, in denen der nichtjüdische Teil protestantisch ist. Es ist dies die natürliche Folge davon, daß der Protestantismus als die herrschende Religion in Preußen die stärkste Anziehungskraft ausübt. In den Mischehen mit einem freireligiösen oder dissidentischen Ehegatten kommt der Prozentsatz der jüdisch gebliebenen Kinder (48,04%) fast der Hälfte aller Kinder aus diesen Mischehen gleich, und zwar beträgt er bei den Mischehen einer jüdischen Frau mit einem freireligiösen oder dissidentischen Mann 43,10 %, bei den Mischehen einer freireligiösen oder dissidentischen Frau mit einem jüdischen Manne 59,60%, ist also noch höher als die Hälfte. Aber hierbei ist zu berücksichtigen, daß in Preußen nach dem Gesetze vom 14. Mai 1873 das Kind eines christlichen oder jüdischen Vaters erst nach vollendetem 14. Lebensjahre zu den Dissidenten austreten kann, sodaß viele Kinder, die sonst vielleicht bereits ausgetreten wären, noch im Judentum festgehalten werden. Von den Knaben aus Mischehen waren 22,14, von den Mädchen 23,21 % jüdisch. Man kann hieraus vielleicht entnehmen, daß die Tendenz zur Erziehung der Kinder in der christlichen Religion, bei den Knaben mit

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