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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-05-01 · Heft 5 (Mai 1908) · p. Seite 72

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 5 (Mai 1908)
Article
Die jüdischen Ackerbaukolonien in den Vereinigten Staaten
Date
1908-05-01
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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— 72 — der Yankees die jüdischen Farmer ihre Wirtschaft kaum würden entwickelt haben können, da ihre Farmen in bedeutender Anzahl aus den sogenannten „abandoned Farms" bestanden, d. h. aus Farmen, auf denen durch einen seit Generationen getriebenen Raubbau der Boden erschöpft war< So kam es> daß die Juden, die ohnedies der elementarsten Eigenschaften des Farmers ermangelten, zu der engen Freundschaft und Verbindung mit den Yankees und deren Wirtschaftsmethode veranlaßt wurden. Der Hauptproduktionszweig der New England-Farmen ist die Molkerei (Dairy Farming). DieMilchprodukte finden inNewEnglandÄbsatz. Die jüdischen Farmer setzen in Hartfort, New London und Norwick Sahne und Butter ab; große Quantitäten Milch verkaufen sie in den Creameries von Colchester und Chesterfield. Auch Bridgeport und New Häven sind geeignete Absatzgebiete für die Milchprodukte. Im Jahre 1899 wurden in New England 400 jüdische Farmer gezählt. Ihre Farmen enthielten im Durchschnitt je 100 acres, die totale Bodenfläche war also 40000 acres, die mit ihrem Inventar auf 1100000 Dollar geschätzt wurden. Der Anteil der Kolonisten von New England an der Industrie ist im Gegensatz zu New Jersey klein. Nur eine geringe Anzahl von Kindern arbeitet in den kleinen Fabriken in Oakdale, Norwitch und Palmerton. Die große Mehrheit widmet sich der Landwirtschaft und erfreut sich eines ziemlich komfortablen „Standard of Life". Sie decken allmählich ihre Schulden, werden immer selbständiger und versprechen sehr viel für die Zukunft. Die Kolonieen in den Western States. Über die jüdischen Farmen in den westlichen Staaten sind nur unzulängliche Angaben vorhanden. Es gibt dort mehr als 1000 jüdische Farmer, die in den Staaten Dakota, Wisconsin, Michigan, Indiana und Illinois zerstreut sind. Mit fast 300 von diesen Farmern kommt die „Jewish Agriculturists' Aid Society of America" in Berührung. Die Farmer sind ausschließlich in der Landwirtschaft tätig und haben keine industriellen Beschäftigungen. In Dakota treiben die jüdischen Farmer Viehzucht und Weizenkultur, in Illinois Gemüse- und Milchwirtschaft, in Michigan Früchtebau, in Indiana und Wisconsin gleichzeitig mehrer e Kulturen. Die jüdischen Farmer im Westen zeigen einen hohen Grad von Kultur, und sind alle tüchtige Landwirte, die nicht nur von, sondern auch in der Landwirtschaft leben. Die Gebrechlichen unter den Juden Rußlands. (Nachtrag zum Studium der Volkszählung vom Jahre 1907.) Von B. Goldberg in Wiina. Die Ermittelung der Zahl der Gebrechlichen eines Volkes bildet ein wichtiges biotisches Merkmal und gibt einen Anhaltspunkt über die physische Natur, über den Status eines Volkes, ob dasselbe in aufsteigender Linie einer normalen Entwickelung sich befindet oder umgekehrt eine Tendenz zur Degeneration zeigt. In den zwei Bänden, die die zusammengefaßten Ergebnisse der russischen Volkszählung vom 28. Januar 1897 enthalten, finden wir eine Tabelle XVIII (p. 191—205) mit einer Zusammenstellung der mit physischen Gebrechen Behafteten, nach der Volkssprache eingeteilt. Laut Tabelle XVIII gab es in ganz Rußland Blinde unter der Gesamt-Bevölk. 247 900, darunter Juden .... 5119 oder 2,07%;

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