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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 61

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Großherzogtum Baden (1905/1906)
Date
1908-04-01
Page
Seite 61 (sequence 2)
Language
German
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— 61 — In den Volkssch u len fanden sich neben 292868 christlichen Schülern und Schülerinnen nur.-2066 oder 0,70 % Juden, in den auf der Höhe der Volksschulen stehenden Privatsehulen 856 christliche und 24 oder 2,73% jüdische Schüler und Schülerinnen. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die jüdischen Kinder wie in anderen Staaten so auch im Großherzogtum Baden die höheren Schulen weit stärker frequentieren als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde, daß bei den Juden also das Bestreben vorhanden ist, den Kindern möglichst eine höhere als die Elementarschulbildung zuteil werden zu lassn. Die Geisteskrankheiten unter den Juden Österreichs in den Jahren 1882-1902. Vom Norbert W Wie in allen Ländern, so stellen die Juden auch in Österreich für die Geisteskrankheiten ein weit höheres Kontingent als andere Völker. In der „Österreichischen Statistik" kehren in den Bänden über Sanitätswesen jedes Jahr Angaben über die Konfession der in den österreichischen Anstalten befindlichen e 1 d 1 c r, Berlin. Geisteskranken wieder.1) Hierdurch wird ein® Untersuchung des Anteils der jüdischen Bevölkerung an den Geisteskrankheiten in einem Zeitraum von 20 Jahren ermöglicht. Dabei ergeben sich nachstehende Resultate: Nach Tabelle I sind in den Irrenhäusern, mit deren Zunahme von 1882—1893 auch die Tabelle I. in Durchschnitt der Jahre Es gab Irrsinnige Von je 100 Irrsinnigen gleich. Konf. waren Frauen bei den Christen Juden Männer Weiber Beide Geschlechter 1 Männer J Weiber Beide Geschlechter Christen Juden 1882/1885 1886/1889 1890/1893 5906.50 7192^25 8761,50 4814.50 5866,25 7254,75 10721.00 13058,50 16016,25 296,25 339,00 435,25 262.75 306,25 405,75 559,00 645,25 841,00 45,95 44,92 45.30 > 47.00 47,46 48,25 Zahl ihrer Insassen stetig gewachsen ist, Männer und Frauen bei Christen und Juden Tabelle II. In den {ahren 1890/1893 waren durchschnittlich jährlich in absoluten Zahlen von je 100 Geisteskrank. Christen Juden Christ. Juden Tobsüchtige..... Trübsinnige..... Blödsinnige ..... Geisteskranke mit Lähmung..... Geisteskranke mit Fallsucht..... 2349,75 1685 4835,75 4133,25 1735 1277,5 169,75 103 181,5 244.25 91,5 51 15,0 10,5 30,1 25,8 10,8 7,8 20,2 12,2 21,6 29,0 10,9 6,1 irrsinnige überhaupt J 16016,25 841,00 100,0 100,0 gleich stark vertreten. Doch befinden sich relativ mehr Jüdinnen als Christinnen unter den Geistesgestörten derselben Konfession. Die Verteilung auf die verschiedenen Krankheitsgruppen macht Tabelle II ersichtlich. Darnach gibt es weniger Juden, die zu den Verrückten und Geisteskranken mit Fallsucht zu rechnen sind, als Nichtjuden. Bei Geistesstörung mit Lähmung halten sich beide ungefähr die Wage, während sich das Über- *) Die der Privatpflege anvertrauten Geisteskranken sind also von dieser statistischen Aufstellung ausgeschlossen, sie können aber auch bei Volkszählungen nie richtig ermittelt werden.

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