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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 60

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Großherzogtum Baden (1905/1906)
Date
1908-04-01
Page
Seite 60 (sequence 1)
Language
German
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— 60 ^~ Schulbesuch christlicher und IDdischer Schüler im GroSherzosfum Baden (190511906). Von Dr. Bruno B 1 a u , Berlin. Die über den Schulbesuch der christlichen und jüdischen Kinder in Baden in dieser Zeitschrift früher (Jahrgang II, Heft 11, Seite 174/75) mitgeteilten Angaben mögen auf Grund des Statistischen Jahrbuchs für das Großherzogtum Baden, Jahrgang 36, durch die Zahlen für das Schuljahr 1905/1906 ergänzt werden. Wie sich die männliche Jugend Badens auf die einzelnen Gattungen der Mittelschulen im Jahre 1905/1906 verteilte, ergibt sich aus nachstehender Tabelle. Es besuchten die Anstalten Von je 100 Schülern gleicher Von je 100 Schülern der der nebenbezeichneten Konfession besuchten die nebenstehenden Anstalten Schulgattung Schulgattung nebenstehenden Anstalten waren Christen Juden Christen Juden Christen Juden Gymnasien. . . . . . . 5064 320 30,74 29.19 94,06 5,94 194 3 1,18 0,28 98,48 1,52 1498 151 9,09 13,78 90,84 9,16 605 49 3,67 4,47 92,51 7,49 3973 186 24,12 16,97 95,53 4,47 Realschulen......... 4836 370 29,36 33,76 92,89 7,11 Höhere Bürgerschulen . . . 304 17 1,84 1,55 94,71 5,29 zusammen 1 16474 1096 1 100,00 100,00 1 93,76 6,24 Danach besuchte mehr als ein Drittel der jüdischen Schüler die Realschulen; dann folgen mit 29,19 % die humanistischen Gymnasien, sodann die Oberrealschulen mit 16,97 % und die Realgymnasien mit 13,78 %♦ Im Verhältnis zur Zahl der Schüler in den einzelnen Schularten sind die Juden am stärksten in den Realgymnasien vertreten, nämlich mit 9,16%. Ihr Anteil an der Schülerzahl in den Realprogymnasien und den Realschulen ist fast gleich (7,49% bezw, 7,11%). Zu den Schülern der humanistischen Gymnasien stellen die Juden nur 5,94%. — Im Vergleich zu dem Vorjahre ist sowohl die Gesamtzahl der jüdischen als auch der christlichen Schüler der Mittelschulen ein wenig gestiegen. Innerhalb der einzelnen Schulgattungen hat bei den christlichen Schülern eine wesentliche Verschiebung nicht stattgefunden; nur ist eine Abwanderung aus den höheren Bürgerschulen in die Realschulen zu bemerken. Auch die Verteilung der jüdischen Schüler auf die einzelnen Anstalten ist im großen und ganzen die gleiche geblieben. In den Realgymnasien ist sie von 15549% auf 13,78% und in den höheren Bürgerschulen von 2,45% auf 1?55% gesunken; dagegen ist sie in den Realschulen von 32,39% auf 33,76 % und in den Realprogymnasien von 3,68 % auf 4,47 % gestiegen. Die auf der Höhe der Mittelschulen stehenden Privatschulen für die männliche Jugend, welche vorzugsweise einen Realschullehrplan haben, wurden im Jahre 1905/1906 von 1277 christlichen und nur von 25 jüdischen Schülern besucht; letztere machten also 1,92 % der Gesamtschürerzahl aus. Die Zahl der jüdischen Kinder in diesen Schulen ist ebenso wie in früheren Jahren auch in diesem Jahre gesunken. Was die Schülerinnen betrifft, so wurden im Jahre 1905/1906 besucht 1) die höheren Mädchenschulen von 3146 christlichen und von 425 (=11,90%) jüdischen Schülerinnen, 2) die auf der Höhe der Mittelschulen stehenden Priva.tsch.ulen von 2861 christlichen und von 203 (= 6,62 %) jüdischen Schülerinnen. In den mittleren Schulen waren also die jüdischen Schülerinnen ebenso, wie dies auch in den Vorjahren der Fall war, mit einer weit höheren Anteilsziffer vertreten als die Knaben.

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