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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Die Mischehe
Date
1908-02-01
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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— 23 — langt. Es heirateten einen christlichen Ehegatten von je 100 heiratenden jüdischen Männern Frauen 1895-1899 2,68 2,73 1900—1904 3,21 3,13 Männern u. Frauen zus. 2,70 3,16 Wie die Hauptstädte in allen Ländern den besten Boden für die Mischehe bilden, so entfällt auch in Ungarn ein großer Teil der Mischehen auf die Hauptstadt Budapest. In Budapest betrug durchschnittlich jährlich dieZahl der rein _ jüd. mit jüd. mit jüd. Ehen Mann Frau Die Zahl der Mischehen überh. Mischehen in °/0 der rein jüd. Ehen 1896/1900 1195 86 93 179 15,0 1901/1904 1275 104 107 211 16,5 und es heirateten hiernach einen nichtjüdischen Ehegatten von je 100 heiratenden jüdischen Männern Frauen Männern u. Frauen zus. 1896—1900 6,71 7,22 6,97 1901-1904 7,54 7,74 7,64 Was Holland anbetrifft, so finden sich nur Angaben für die Stadt Amsterdam, die aber, da mehr als die Hälfte aller holländischen Juden in Amsterdam wohnt, einen Rückschluß auf das ganze Land zulassen. In Amsterdam betrug von 1899 bis 1904 durchschnittlich jährlich die Zahl der rein jüdischen Ehen 351 und die Zahl der Mischehen 43, d. h. 12,2 % der rein jüdischen Ehen. In Rumänien hat die Mischehe bisher noch wenig Boden gefunden. Von 1896/1899 wurden durchschnittlich jährlich 1503 rein jüdische und 17 Mischehen (8 mit jüdischem Mann und 9 mit jüdischer Frau) geschlossen, die Mischehen machten also nur 1,1 % der rein jüdischen Ehen aus. Auch in Rumänien entfallen die meisten Mischehen auf die Hauptstadt Bukarest. Hier kamen zustande im Durch schnitt rein jüd. Mischehen Mischehen in , . m'rt jüd. mit jüd, ... . pxoz der der Jahre Ehen Main uberh. J™-^ Ehen 1898/1899 303 unbekannt unbekannt 14 4,6 1904/1905 242 2 7 9 3,7 Zieht man aus all den bisherigen Angaben das Resume, so kann man die Länder, in denen die Mischehe vorkommt, nach der Häufigkeit dieses Vorkommens in 4 verschiedene Klassen einteilen. In die ersteKlasse gehören Dänemark, Australien und Italien. Hier machen die Mischehen über ein Drittel aller rein jüdischen Ehen aus und bilden für den Weiterbestand der an sich nicht zahlreichen jüdischen Bevölkerung in diesen Ländern eine ernste Gefahr, da die Kinder aus den Mischehen ganz überwiegend dem Christentum zufallen. Gleiches gilt für England, Frankreich und die Vereinigten Staaten von Amerika, soweit man nur die seit längerer Zeit im Lande befindlichen Juden ins Auge faßt und von den Einwanderern der letzten 3 Jahrzehnte absieht. Auch in einigen deutschen Großstädten (Berlin, Hamburg) bilden sich Verhältnisse aus, die zu ihrer Einreihung in diese erste Klasse berechtigen. Der zweiten Klasse sind das protestantische Deutschland, Holland, Niederösterreich (Wien) und Budapest zuzurechnen. Hier betragen die Mischehen 10 bis 25% der rein jüdischen Ehen und zeigen eine Tendenz zu rascher Zunahme. Sie bedrohen zwar noch nicht den Bestand der jüdischen Bevölkerung, tuen aber ihier Vermehrung bereits empfindlichen Abbruch. Der dritten Klasse gehören das katholische Deutschland, Ungarn (ohne Budapest) und Böhmen an, wo die Mischehen 2 bis 10% der rein jüdischen Ehen ausmachen. Zur vierten Klasse endlich mit weniger als 2% Mischehen sind Galizien, die Bukowina, Rumänien und die neuen jüdischen Einwanderer in England, Frankreich und den Vereinigten Staaten zu rechnen.

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