Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
Taufbewegung der Juden in Österreich
Date
1908-01-01
Page
Seite 11 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2650397-3187703-3187705-3191547--1454-3191593
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 11 — sich ein Verlust von 160 für das Judentum ergibt. In den letzten Jahren scheint die Zahl der Taufen noch mehr zugenommen zu haben, denn sie betrug im Jahre 1897 27 „ 1898 19 „ 1900 20 „ 1901 30 „ „ 1902 21 zusammen also in 5 Jahren 117 (oder durchschnittlich 25 jährlich), denen nur 8 Eintritte ins Judentum gegenüberstehen. 71 von den Austretenden waren männlichen Geschlechtes. Für andere österreichische Städte, in denen übrigens auch Taufen nur vereinzelt auftreten, sollen noch einige Daten mitgeteilt werden. So sind in einer anderen mährischen Stadt, I g 1 a u , im Jahre 1897 1 Frau und 2 Männer vom Judentum ausgetreten, 2 Witwen aber zum Judentum übergetreten. In der böhmischen Stadt Reichenberg hat es im Jahre 1889 zwei Austritte, 1890 keinen, 1895 drei, 1896 zwei, 1897 einen Austritt, 1898 wieder einen Übertritt zum Judentum gegeben. In Karlsbad hat sich im Jahre 1890 eine 45 jährige Witwe konfessionslos erklärt, 1 Haustochter von 24 Jahren ist zum Katholizismus übergetreten, dagegen ist eine Witwe vom Katholizismus zum Judentum übergegangen. Im Jahre 1892 hat es nur einen Austritt zu den Evangelischen gegeben. In der schlesischen Stadt Troppau sind 1895 drei Juden (1 Akademiker, 1 Soldat und 1 Frau) zur katholischen Kirche ausgetreten, im Jahre 1895 haben sich vier Juden, 1896 sechs, 1902 drei getauft. In Innsbruck, der Hauptstadt von Tirols haben im Jahre 1885 zwei (1 Lehrer und 1 Kaufmann) das Judentum verlassen, 1886 drei Juden (1 Militärangehöriger mit seiner Frau und 1 Kaufmann), im Jahre 1887 zwei Familien mit neun Personen (unter zehn Konfessionslosen überhaupt). In Gzernowitz, der judenreichen Hauptstadt der Bukowina, hat sich 1886 ein Jude konfessionslos erklärt und einer ist zu den Evangelischen übergetreten. 1887 stand fünf Austritten ein Eintritt ins Judentum gegenüber. In den Jahren 1903 und 1904 sind ein 6 jähriger und ein 7 jähriger Knabe getauft worden. Schließlich sei noch T r i e s t erwähnt. Es sind in Triest _vom Judentum ausgetreten _ im Jahre 1886 1899 1900 1901 1902 Männer 5 5 6 15 20 Frauen 2 9 7 9 zusammen 7 14 13 17 25 zum Judentum übergetreten im Jahre 1886 3 „ 1899 5 „ 1900 3 * » 1901 5 „ 1902 9 Somit sind in 5 Jahren 76 Austritte vorgekommen, denen 25 Übertritte zum Judentum gegenüberstehen, d. h. auf je drei Austritte entfällt ein Übertritt. In demselben Verhältnis stehen zu einander die austretenden Männer und Frauen, es gab dreimal soviel Männer als Frauen unter den Getauften. In dieser Beziehung und auch in den anderen, wie Alter, Zivilstand und Wahl des Bekenntnisses scheinen hier die Taufen einen ähnlichen Charakter zu haben wie in Wien, nur daß in Triest die durch zurücksetzende Behandlung seitens des Staates gewissermaßen erzwungene Taufe seltener auftreten wird, häufiger dagegen die andere Form, die Konsequenz und der Ausdruck der äußersten gesellschaftlichen Assimilation. In Bezug auf Alter und Zivilstand waren von den Ausgetretenen 14—20 20—40 im Jahre 1899 1900 1801 1902 Jahre alt 2 10 1 18 3 11 2 9 ledig 11 7 12 20

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.