Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Das Verhalten der Juden gegen ansteckende Krankheiten
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 158 (sequence 1)
- Language
- German
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— 158 — Das Verheilten M Mm m\ Ein Beitrag zur Pa Von Dr. S. Weißen B« Endemische Krankheiten. Der Unterleibstyphus. Von den endemischen Krankheiten, die jahraus jahrein ohne eigentliche Unterbrechung aber mit zeitweiliger Abschwächimg seit Dezennien hier herrschen, behauptet der Unterleibstyphus einen der ersten Plätze und nur die akuten Exentheme der Kinder laufen ihm manchmal den Rang ab. Nach Tabelle VII haben wir somit für das Triennium 1908 bis 1910 im Ganzen 7IG Typhusfälle und 129 Typhoide. Diese Zahlen zeigen deutlich genug, wie wenig Aufmerksamkeit dem Unterleibstyphus seitens der Einwohnerschaft im Allgemeinen geschenkt wird und es ist anzunehmen, daß viele mittelschwere und die meisten leichten Typhen der Beobachtung überhaupt entgehen. Damit im Zusammenhang steht wohl die hohe Sterblichkeit an Typhus, die für alle Erkrankten 14,2 Prozent beträgt. Nicht alle Klassen der Bevölkerung scheinen sich aber dem Typhus gegenüber gleich indifferent zu verhalten, indem erstens unter den Juden die Zahl der unaufgeklärten Fälle eine bedeutend geringere ist als unter den Christen (22 gegen 107) und zweitens diese Rubrik bei ganz kleinen Kindern unter 5 Jahren vollständig fehlt. Beide Erscheinungen haben dieselbe Ursache, nämlich die häufigere Hinzuziehung des Arztes. Die Juden, wie schon oben bemerkt, legen überhaupt mehr Wert auf ihre Gesundheit und lassen sich auch in den leichtesten Fällen von einem Arzt beaufsichtigen, während die Russen den Typhus nicht selten ambulant überstehen, was die hohe Zahl der unaufgeklärten Fälle unter ihnen gerade im höheren Alter am besten beweist. Zu dieser Zeit ist der Körper widerstandsfähig genug, um auch einem Typhus zu trotzen, wras sich nicht von den Kinderjahren sagen läßt. Es ist auch zu beachten, daß ein krankes, hinfälliges m onstecRencie MMien thologie der Juden. erg, Eiisabethgrad. (Forts.)