Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Die neuesten Angaben über den Stand der jüdischen Bevölkerung in Russisch-Polen
- Date
- 1911-06-01
- Page
- Seite 92 (sequence 5)
- Language
- German
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— 92 — Z. Beginn des Jahres Prozent der jüdischen Bevölkerung Prozent d katholischen Bevölkerung In den In den jIn den Städten Flechen Dörfern In den jIn den jIn den Städten, Flecken'Dörfern 1905 1906 1907 1908 40,8 40,3 40,1 40,8 46,4 ' 2,8 47.8! 2,7 46,4 i 2,7 46,0 i 2,7 48,7 49,0 49,3 48,7 47,8 j 86,3 48,0! 87,4 49.4 i 87,7 49,4 j 87,8 Wir sehen also, daß die Juden in den j Städten und Flecken einen bedeutenden Anteil j ausmachen (40,8, resp. 46,0), während auf j dem Lande der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung 2,7 bis 2,8 beträgt. Diese Tabelle zeigt uns auch, daß während des Jahres 1908 die jüdische Bevölkerung um so viel gestiegen | ist, daß sie den ganzen Verlust der voran-! gehenden Jahre ersetzte und dasselbe Verhältnis erreichte, welches zu Beginn des Jahres 1905 bestand. Auf dem Lande aber ist eine, wenn auch langsame Abnahme der relativen Zahl der jüdischen Bevölkerung zu merken. Die Zahl der katholischen Bevölkerung nimmt sowohl relativ als auch absolut auf dem Lande und in den Flecken zu, während die relative Zunahme der katholischen Bevölkerung in den Städten in einem umgekehrten Verhältnis zur Zunahme der jüdischen Bevölkerungszahl steht. Dies beweist, daß die Juden neben den Katholiken fast die gesamte städtische Bevölkerung Polens bilden. In der Tat sind ca. 90 Prozent der städtischen Bevölkerung Polens Katholiken und Juden. wissen wir die genaue Anzahl der Juden nicht, da sie mit der Gruppe der sonstigen Christen in eine Gruppe vereinigt sind. In folgender Tabelle 1 sind die Resultate der Volkszählungen von 1850 bis 1900 übersichtlich zusammengestellt. Tab. 1. Schweiz. Ergebnisse der letzten Volkszählungen in der Schweiz, Bosnien und Herzegowina und Griechenland. In vielen europäischen Staaten haben in den Jahren 1909 und 1910 Volkszählungen stattgefunden, so in Deutschland, Oesterreich- Ungarn, Holland, Belgien, Schweiz, Bosnien und Herzegowina u. a. Jetzt werden bereits in einigen Staaten die Hauptresultate, die allerdings nur vorläufiger Natur sind, veröffentlicht. Immerhin ist es wichtig, auch diese, soweit die konfessionellen Verhältnisse der fraglichen Bevölkerung in Frage kommen, zur Kenntnis unserer Leser zu bringen. Uns liegen nur die vorläufigen Ergebnisse der Eidgenössischen Volkszählung vom 1. Dezember 1910 vor, ferner die Provisorischen Ergebnisse der Volkszählung in Bosnien und Herzegowina vom 10. Oktober 1910. Außerdem wollen wir ausführliche Angaben über die letzte Volkszählung in Griechenland vom 27. Oktober 1907 bringen auf Grund der Resultats Statistiques du Recensement General de la population grecque effectue le 27. Oct. 1907, Tome IL In der Schweiz wurde in jeder Volkszählung seit 1850 die Konfession der Bevölkerung ermittelt. Nur für das Jahr 1860 Jahr Ges.-Bev. Katholiken Protestant. Israel. Proz.d. Israel. 1850 2392740 971809 1417786 3145 0,13 1860 2510494 1023430 1476982 4216 0,17 1870 2669147 1084369 1566347 6996 0,26 1880 2846102 1160782 1667109 7373 0,26 1888 2933334 1183828 1716548 8069 0,28 1900 3325023 1379664 1916157 12264 0,37 Der Prozentsatz der Israliten ist zwar gering, aber infolge der Zuwanderung namentlich aus Rußland in ständigem Steigen begriffen. Ueber die Volkszählung von 1. Dezember 1910 gibt folgende Tabelle 2 Auskunft. Gegenwärtig leben fast 20000 Juden in der Schweiz. Sie machen 0,51 d. h. y2 ^I0" zent der Gesamtbevölkerung aus. Seit 1850 haben sie sich versechsfacht. Die Reihenfolge der Kantone, in denen die Juden absolut am stärksten wohnen, ist: Zürich (5526), Basel-Stadt (2396), Genf (2182), Bern (2088),