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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-06-01 · Heft 6 (Juni 1911) · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 6 (Juni 1911)
Article
Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland
Date
1911-06-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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— 82 — der Zunahme des deutschen Volkes einerseits und dem gleichzeitigen Übergang von der Landwirtschaft zur Industrie und Handel andrerseits. Die Verschiebung der Berufsgruppen in Deutschland von 1882 bis 1907 erhellt aus folgenden Zahlen: Es betrug die Zahl der Beruf szugehörigen in B. Industrie 1S82: 16,1 Millionen 35,51 Prozent 1895:20.3 „ =39,12 „ 1907: 26,4 „ 42,75 „ A. Landwirtschaft 1882: 19,2 Millionen 42,51 Prozent 1895: 18.5 „ 35 74 „ 1907: 17,7 „ 28,65 „ C. Handel und Verkehr 1882: 4,5 Millionen 10.02 Prozent 1895: 6,0 „ 11,52 „ 1907: 8,3 „ =13,41 „ E. Öffentlichem Dienst und Freien Berufen 1S82: 2,2 Millionen 4,92 Prozent 1895: 2,8 „ =5,48 „ 1907: 3,4 „ =5,53 „ D. Häuslichen Diensten und Lohnarbeit wechselnder Art 1882: 938000 2.07 Prozent 1895: 887000= 1.71 1907: 792000 1,28 F. Beruflosen Selbständigen 18S2: 2.2 Millionen 4,97 Prozent 1895:3,3 6,43 1907: 5,2 „ =8,38 An erster Stelle steht demnach heute die Industrie, welche 42,75 Prozent der Gesamtbevölkerung versorgt. 26 Millionen Deutsche finden heute durch die Industrie ihre Nahrung, 10 Millionen mehr als im Jahre 1882. Die landwirtschaftlich tätige Bevölkerung nimmt dagegen absolut wie relativ ab und macht heute nurmehr 28,65 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. In weitem Abstand folgen Handel und Verkehr mit 13,41 Prozent der Berufszugehörigen. Im Steigen begriffen ist auch die Berufskategorie E, welche den Wehr-, Lehr-, Gelehrten-, Künstlerstand und die Beamtenschaft umfaßt, ebenso die Berufsabteilung F, die sich zumeist aus Rentnern und Pensionären zusammensetzt. Im Rückgang begriffen ist, wie allgemein bekannt, die Zahl der häuslichen Dienstboten. Eine analoge Berechnung können wir leider für die deutschen Juden nicht anstellen. Es fehlt uns hierfür das amtliche Material. Bei der Bearbeitung der Berufszählung von 1882 wurden die konfessionellen Verhältnisse der Reichsbevölkerung nicht beiücksichtigt und auf Grund der Berufszählung von 1895 kennen wir nur die Unterscheidung der Erwerbstätigen im Hauptberuf nach der Konfession. Man muß jedoch die Zahl der Berufszugehörigen wissen, wenn man feststellen will, wieviel Personen in den einzelnen Berufsabteilungen versorgt werden. Wir sind daher nur in der Lage, die absolute und prozentuale Verteilung der jüdischen Erwerbstätigen im Hauptberuf für 1895 und 1907 zum Vergleich nebeneinanderzustellen. Die Zahlen lauten folgendermaßen : C. Handel und Verkehr 1895: 133451 Erwerbstätige im Hauptberuf 56,02 Proz. 1907: 145606 „ „ „ =50,56 „ B. Industrie 1895: 45995 Erwerbstätige im Hauptberuf 19,30 Proz. 1907:62995 „ „ „ =21,87 „ F. Beruflose Selbständige 1895: 39870 Erwerbstätige im Hauptberuf 16,73 Proz. 1907: 55417 „ „ „ =19,24 „ E. Öffentlicher Dienst und Freie Berufe 1895: 14641 Erwerbstätige im Hauptberuf 6,14 Proz. 1907: 18848 „ „ „ =6,54 „ A. Landwirtschaft 1895: 3376 Erwerbstätige im Hauptberuf 1,41 Proz. 1907: 3746 „ „ „ =1,30 „ D. Häusliche Dienstboten 1895: 889 Erwerbs-ätige im Hauptberuf 0,37 Proz. 1907: 1350 „ „ „ =0,46 „ Die erste Stelle im Erwerbsleben der deutschen Juden nimmt auch heute noch Handel und Verkehr ein, in welchem 50,56 Proz. aller erwerbstätigen deutschen Juden beschäftigt sind. Hierauf folgt die Industrie mit 21,87 Prozent. Die Abteilung E, welche bei den Juden hauptsächlich die Freien Berufe umfaßt, da die Juden in der Beamtenschaft nur schwach vertreten sind, ist ebenfalls stark besetzt, ganz besonders aber der Stand der Beruflosen Selbständigen, über dessen Zusammensetzung wir später eingehend berichten werden. Von 1895 bis 1907 hat sich in der Berufsgruppierung der deutschen Juden eine merkliche Verschiebung vollzogen. Die Zahl der Handel- und Gewerbetreibenden

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