Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die neuesten Angaben über die Bevölkerungsbewegung in Rußland
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 42 (sequence 4)
- Language
- German
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— 42 — Uneheliche Kinder gab es 116217, die sich nach den Konfessionen folgendermaßen verteilten: u*-, Absolute Zahl der Auf je 100 Geburten bei den . ,. , _ , , , t. , unehelich. Geburten entfallen uneheliche Altgläubigen 11216 20,5l) Protestanten 4015 3,9 Katholiken 5802 3,5 Orthodoxen 93761 2,2 Juden 070 0,5 So zeigen die Juden, obwohl das Heiratsalter bei ihnen höher als bei den übrigen Konfessionen ist, dennoch den niedrigsten Prozentsatz der außerehelichen Geburten. Charakteristisch ist, daß bei den Juden der Anteil der Mädchengeburten viel niedriger ist als bei den übrigen Konfessionen. Im Ganzen gab es im Europäischen Rußland 2 554799 Knabengeburten, die 51,5 Prozent und 2 423506 Mädchengeburten, die 48,7 Prozent aller Geburten bildeten. Bei den Juden aber gab es 68784 Knabengeburten, die 56 Prozent aller Geburten bildeten, während die Zahl der Mädchengeburten nur 54148 oder 44 Prozent aller Geburten betrug. Auf je 100 Knabengeburten entfallen Mädchengeburten bei den Mahomedanern 95,9 „ „ Orthodoxen 95,3 „ Protestanten 05,2 „ „ Katholiken 94,3 „ „ Juden 78,7 Gesamtbevölkerung 94,9 Im späteren Alter wird aber bei den Juden nicht nur ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern, sondern auch ein gewisses Uebergewicht der weiblichen Bevölkerung dadurch hergestellt, daß bei den Juden die Frauen die günstigste Sterblichkeit zeigen. So trafen auf je 100 Todesfälle von Männern solche von Frauen bei den Mahomedanern 90,0 „ Orthodoxen 93,3 „ „ Protestanten 92,0 „ Katholiken 91,7 „ J uden 75,7 Ges amtb evölkerung 93,0 l) Der hohe Prozentsatz der unehelichen Kinder bei den Altgläubigen ist dadurch zu erklären, daß ein be* deutender Teil ihrer Ehen offiziell nicht registriert wird. Bei den Juden zeigen die Frauen in allen Lebensaltern die niedrigste Sterblichkeit, sogar im Alter von 15 bis 45 Jahren, d. h. im Zeugungsalter, in welchem bei der übrigen Bevölkerung die Sterblichkeit der Frauen die der Männer bedeutend übertrifft. So starben von der Gesamtb evölkerung im Alter von 15 bis 45 Jahren 169730 Männer und 184757 Frauen, d. h. die Zahl der weiblichen Verstorbenen betrug 15C00 mehr als die Zahl der männlichen; bei den Juden aber starben in diesem Alter 5183 Männer und 4745 Frauen, d. h. auch in dieser für die Frauen gefährlichsten Periode übertraf die Zahl der männlichen Todesfälle die der weiblichen um; 538. Wie sich die Sterblickeit der Gesamt- : bevölkerung und der Juden nach dem Lebensalter der Verstorbenen gruppiert, zeigt uns \ nebenstehende Tabelle. So ist bei den Juden nur im Alter von 25 bis 35 Jahren die Zahl der verstorbenen Frauen nur um ein Geringes höher als die Zahl der verstorbenen Männer. Die Tabelle zeigt uns auch, daß bei den Juden das Alter des Verstorbenen viel höher als bei der übrigen Bevölkerung ist. Während bei der Gesamtb evölkerung der Prozentsatz der im Alter von 1 Jahr und darunter Verstorbenen 43 für das männliche und 39 für das weibliche Geschlecht beträgt, beträgt er j bei den Juden nur 27 Prozent für das männ- | liehe und 22 Prozent für das weibliche Geschlecht. Bei den Juden ist der Anteil aller im Alter von 5 Jahren und darunter Verstorbenen nur um ein Geringes höher als der Anteil, der bei der Gesamtbevölkerung auf die im Alter von nur 1 Jahr und darunter Verstorbenen entfällt. Im Ganzen ist die größte Sterblichkeit bei den Männern der Gesamtbevölkerung zu beobachten, dann folgen die Frauen; dann erst kommen die jüdischen Männer und danach die jüdischen Frauen an die Reihe. Daraus allein läßt sich schließen, daß der Prozentsatz I der Sterblichkeit bei den Juden viel niedriger als bei der übrigen Bevölkerung ist. Dies wird auch durch die folgende Tabelle bestätigt: