Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die neuesten Angaben über die Bevölkerungsbewegung in Rußland
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
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— 41 — Jahren alt war, heirateten bei den Juden im; Alter von 20 Jahren und darunter nur V2o der j Männer und weniger als 1/i der Frauen. j Freilich ist bei manchen Konfessionen der 1 Prozentsatz der Männer, die sich im Alter; von unter 21 Jahren verheiraten, noch niedriger als bei den Juden, doch ist der Anteil; der Frauen, die sich in diesem Alter verheirateten, bei den Juden am niedrigsten, wie uns folgende Tabelle zeigt. Es heirateten im Alter von 20 Jahren und darunter: Von je 100 E derselben Männer beschließenden Konfession Frauen 37,4 60,7 Allgläubige..... 49,6 67,8 4,3 37,3 Protestanten ... 7,2 28,0 Arm. Gregorianer . . . 0,7 64,5 5,3 24,0 Mohammedaner . . . 8,7 57,5 So zeigen die jüdischen Ehen eine größere Gleichheit im Alter der beiden Geschlechter als alle übrigen Konfessionen. Die Verteilung der Ehen nach dem Alter der Eheschließenden zeigt uns auch, daß bei den Juden Heiraten im hohen Alter viel öfter vorkommen, als bei der übrigen Bevölkerung; bei den Juden ist der Prozentsatz der Männer, die im Alter von über 50 Jahren heiraten, doppelt so groß, der Prozentsatz der in diesem Alter heiratenden Frauen aber zweieinhalbmal höher als jener der übrigen Bevölkerung. Daraus können wir entnehmen, daß bei den Juden mehrmalige Heiraten verbreiteter sind als bei den übrigen Konfessionen. In der Tat, wenn wir die Heiraten nach dem. Familienstände der Heiratenden gruppieren, sehen wir, daß bei den Juden der Anteil der ersten Ehen, d. h. solcher zwischen Junggesellen und Jungfrauen, niedriger ist als bei allen übrigen Konfessionen; während bei der übrigen Bevölkerung 84,4 Prozent aller Heiraten auf diese Kategorie entfallen, bilden sie bei den Juden 82,7 Prozent; 17,3 Prozent aber entfallen auf die zum wiederholten Male j geschlossenen Ehen. Da aber bei den Juden j auch der Prozentsatz der Frauen, die im Alter von über 50 Jahren heiraten, viel höher als bei der übrigen Bevölkerung ist, so ergibt sich daraus, daß unter den zum wiederholten Male geschlossenen Ehen am häufigsten Heiraten zwischen Witwern und Witwen vorkommen. Dies wird auch durch die folgende Tabelle bestätigt. Es heirateten im Prozent aller Heiratenden derselben Konfession: \ 'Ä :q £ > O a> £5 Orlhod.j Kathol. 1 jProtest. Armen- Gregor. c o •T3 3 Juiv.ges. m. jungfr. 84,4 2,3 85,8 80,9 84,6 83,8 82,7 „ mit Witwen 2.0 3,3 28 1,7 1,6 Witwer mit Jungfr. 7,8 1$ 11,7 8,4 8,1 7,0 Witwer m. Witwen 5,5 4,9 4,1 4,2 6,4 8,7 Während also bei den Juden Heiraten zwischen Witwern und Witwen mehr als die Hälfte aller wiederholten Heiraten bilden, bilden sie bei der übrigen Bevölkerung nur etwa mehr als den dritten, bei den Katholiken nur etwas mehr als den fünften Teil aller wiederholten Heiraten. So zeigen die jüdischen Heiraten auch hinsichtlich des Familienstandes der Heiratenden eine größere Gleichheit zwischen den Geschlechtern als die Heiraten der übrigen Bevölkerung. Der niedrige Heiratsprozentsatz, das hohe Heiratsalter, besonders bei den Frauen, und der verhältnißmäßig hohe Prozentanteil der Heiraten, die im späteren Alter geschlossen werden, verringert natürlicherweise die Geburtenziffer der jüdischen Bevölkerung. In der Tat zeigen die Juden in Rußland die allerniedrigste Geburtenziffer, was aus folgenden Angaben erhellt. Im Ganzen wurden in den 50 Gouvernements des Europäischen Rußland 4 978 350 Geburten gezählt, die sich nach Konfessionen folgenderweise gruppieren: Es wurden geboren bei den Orthodoxen Mohamedanern Katholiken Protestanten Juden Zahl der Geburten 4342864 178358 166178 102896 122032 Auf je 1000 der Bevölkerung ders. Konf. traf. 51,3 45,2 35,1 29,6 29,3