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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. Seite 39

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Ist die Kriminalität der Juden Rassenkriminalität?
Date
1911-03-01
Page
Seite 39 (sequence 4)
Language
German
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— 39 — bei Bevölkerungsmassen, die sich auf dem gleichen sozialen Niveau befinden, sonst anzutreffen ist. 2. Damit ist der Wahrscheinlichkeitsschluß sehr naheliegend, daß sie durch das soziale Niveau beeinflußt erscheint. Hierfür sprechen noch eine Reihe von anderen Momenten. 3. Selbstverständlich ist damit nicht gesagt, daß bei der kriminellen Betätigung jedes Einzelnen nicht auch noch andere Momente — und damit auch seine Rassenveraniagung — mitsprechen können, wie auch nicht geleugnet wird, daß bei den Juden — und bei wem Die neuesten Angeben iiüer die 1 Von Dr. Salomon Ma Die Arbeiten des Centralen statistischen j Comitees in Rußland erscheinen stets mit j einer großen Verspätung. Der letzte Bericht j über die Bevölkerung im Europäischen Rußland, der Ende 1909 erschienen ist, teilt uns erst die Ergebnisse des Jahres 1903 mit. Doch haben für uns diese Angaben trotz ihrer Verspätung ein großes Interesse. Sie enthalten, wie bisher, die Unterscheidung nach Konfessionen in sehr eingehender Weise und wir erfahren aus ihnen die wichtigsten Momente aus der Bewegung der jüdischen Bevölkerung. Die Angaben über die Bewegung der Bevölkerung erstrecken sich auf Geburt, Heirat und Tod, d. h. auf jene Momente, die eine Änderung des Bevölkerungsbestandes hervorrufen. Neben dieser unmittelbaren Bedeutung sind diese Momente auch insofern von Interesse, als sie auch den Kulturstand der Bevölkerung charakterisieren. Diese Momente sind freilich auf den ersten Blick von ganz verschiedener Bedeutung für die Charakteristik des Kulturzustandes. Denn während die Eheschließung als eine Folge der freien Willensentschließung der Eheschließenden gelten mag, so hängen weder Geburt noch Tod von dem Willen der geborenen oder verstorbenen Personen ab; man könnte diese letzteren Momente nicht als nicht? — die sozialen Verhältnisse teilweise auf Rasseeigenschaften zurückzuführen sind. -i. Der Satz de Ro s s5: „Die Kriminalität der Juden ist im allgemeinen das Produkt des Zusammenwirkens der natürlichen Veranlagung des jüdischen Volkes und ihrer sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse" wird besser in dieser Form nicht aufgestellt. Einesteils läßt er nämlich nicht erkennen, daß im Einzelfall auch immer noch absolut individuelle Ursachen vorhanden sind, andernteils stellt er zwei wrohl kaum gleichwertige Faktoren auf eine Stufe. Bevölkerungsbewegung in Rußtonä. i r g o 1 i n, St. Petersburg. j Ausdruck des kulturellen, sondern als Aus- | druck des biologischen Lebens betrachten, i Doch charakterisieren auch diese Erscheinungen den Kulturstand der Bevölkerung ebenso gut wie die Eheschließung, nur mit dem Unterschied, daß sie nicht den Kulturstand der einzelnen Personen, sondern der Familien, in welchen Geburt und Tod vorkommen, charakterisieren; denn je mehr Kultur eine Familie besitzt, desto besser werden die Kinder gepflegt und erzogen, i desto weniger Krankheits- und Todesfälle kommen bei ihr vor, desto mehr entspricht die Zahl der Geburten den wirtschaftlichen Verhältnissen. Der Vergleich der Angaben über die Bewegung der jüdischen und der übrigen Bevölkerung Rußlands zeigt uns, um wie viel das Kulturniveau der jüdischen Bevölkerung jenes der übrigen Bevölkerung Rußlands überragt. Davon sprechen nicht nur die Angaben über die Zahl der Heiraten, über Alter und Familienstand der Eheschließenden, sondern auch die Angaben über die Geburten und Todesfälle sowie über den Altersaufbau der Verstorbenen. Es ist bei den Juden die Heiratsziffer sehr niedrig, das Durchschnittsalter der Eheschließenden ist hier höher als bei allen

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